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Mittwoch, 3. November 2010

Autoren: Geld verdienen mit Flattr [HowTo]

Das Web hat den Content ökonomisch ruiniert - so der oft gehörte Vorwurf von Verlagen und [alten] Autoren. Das Wissen ist durch die Digitalisierung frei geworden und wird und wird unsere Gesellschaft tatsächlich in eine globale Wissensgesellschaft mit niedrigen Eintrittsschwellen entwickeln, so das Gegenargument. Als Beispiel wird an dieser Stelle immer die freie Enzyklopädie Wikipedia genannt. Tatsächlich liegt, wie so oft, die Wahrheit in der Mitte. 

Tatsache ist, dass sich der Content im Zeitalter von Digitalisierung und Web vervielfältigt hat. Noch nie wurden soviele Bücher publiziert wie heute. Neue Technologien und Medien wie eBooks und Print-on-Demand haben neue Autoren produziert bzw. zum Schreiben motiviert. Die so genannte Indie-Szene wächst und gedeiht. Die Hemmschwelle des Schreibens ist deutlich gefallen, was eine conditio sine qua non für eine Wissensgesellschaft ist. Profitieren und verdienen aber Verlage und Autoren an dieser Dynamik? Nun: ja und nein. Sie profitieren durch die Möglichkeit, beinahe kostenfrei Schreiben und Verlegen zu können aber sie verdienen damit nicht notwendigerweise Geld, um ihre Mitarbeiter, Mieten und Cocktails zu bezahlen. Ein Ausweg aus dieser Dichotomie könnte das Micropayment sein. Und hier scheint uns Flattr ein attraktiver Ansatz.

Wie funktioniert nun Flattr? Es ist ein sehr einfaches Prinzip:

  • man eröffnet auf Flattr ein Account. 
  • lädt das Konto mit Kreditkarte oder PayPal auf [Your Means und add Means im Flattr Sprech] und definiert ein Budget, das man für die Konsumation von WebContent ausgeben will [sagen wir halt € 2 im Monat]
  • mit dem aufgeladenen Konto und dem festgelegten Budget kann man in der Folge die Flattr Buttons bei Artikeln oder auf Seiten anklicken, die einem gefallen. Das festgelegte Budget wird dann auf die angeklickten Seiten aufgeteilt. Hat man also ein Budget von € 2 pro Monat festgelegt und klickt in diesem Monat 10 Artikel an, dann erhält jeder Artikel € 0,20. So das Prinzip auf der Ausgabenseite.
  • Um Geld als Autor zu verdienen lädt definiert man entweder explizite Artikel über den Menüpunkt Submit Things und stellt den generierten Code auf seine Webseite oder lädt sich als Blogbetreiber auf WordPress etc die entsprechenden Plugins herunter, verknüpft diese mit dem Flattr-Konto und das wars. Dann erscheint unter jedem Artikel der Flattr-Button und lädt die Besucher und Leser zum Spenden ein. 
  • Die Höhe der Einnahmen scheinen am Flattr Dashboard als Your Revenue auf. Auszahlung erfolgt ab € 10 auf das PayPal Konto.
  • Wir haben getestet und vergeben die Bestnote an Flattr!

Man kann jetzt von Flattr keine Wunderdinge erwarten. Das ist ein junges Baby, das noch wachsen muss und wird. Es hat, wie wir gestern berichtet haben, derzeit knapp 46.000 Kontobesitzer und das ist wahrlich nicht viel. Bisher sind über Flattr knapp € 114.000 an Honoraren an die Autoren geflossen, was zwar eine durchaus beeindruckende Größe ist angesichts der wenigen Monate, die Flattr am Markt ist aber für die breite Masse an Autoren noch zu wenig. Da Flattr aber bei den Meinungsführern der Blogosphäre wie Mashable oder Techcrunch eine sehr positive Empfehlung bekommen hat, sollte auch der Rückenwind für eine positive Entwicklung im Sinne von Autoren vorhanden sein.

Jetzt liegt es an den Autoren, sich durch Registrierung und Nutzung von Flattr selber einen nachhaltigen Vorteil zu verschaffen und das Ding hochzuziehen.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Die besten Autoren von Suite101 und was das ist!

Das größte deutschsprachige Autorenportal Suite 101 hat gestern die besten Autoren präsentiert. Die Autoren der Plattform werden von Redakteuren betreut und wenn diesen ein Artikel als besonders gelungen erscheint – inhaltlich und stilistisch – zeichnen sie diesen mit einem Tipp der Redaktion aus. Stand gestern wurden bisher rund 1.300 Beiträge bei Suite101 als "Tipp" ausgewählt.

Nach eigenen Angaben von Suite101 haben auf der deutschen Plattform bisher mehr als 750 Autoren rund 35.000 Artikel geschrieben, die insgesamt rund 2 Millionen Visits auf der Seite generieren. Das sind durchaus beindruckene Daten. Gegründet wurde Online-Publishing Seite bereits 1996 in Kanada als eine Art Autorenvereinigung. Die deutsche Plattform wurde 2008 gemeinsam mit den Burda Digital Ventures ins Leben gestartet [siehe Wikipedia]. Das Geschäftsmodell von Suite 101 beruht darauf, Werbeeinnahmen zu erhalten und diese nach einem bestimmten Schlüssel mit seinen Autoren zu teilen. Stellgröße für den Autorenanteil sind die Seitenaufrufe der Artikel des jeweiligen Autors. Die besten Autoren verdienen laut Chefredakteur Dirk Westphal [siehe Bericht in der SZ]bis zu € 850 im Monat, der Durchschnitt allerdings liegt bei bescheidenen € 2,50. Wer auf Suite 101 schreiben will, der muss sich bewerben und ist einem Auswahlverfahren ausgesetzt. Fest angestellte Redakteure entscheiden, ob der Autor die erforderliche Qualifikation mitbringt. Jene Autoren, die aufgenommen werden erfahren in der Folge aber auch eine Betreuung durch die Redakteure. Insgesamt ein sehr traditioneller Ansatz verknüpft mit einem kosten- und aufwandsverträglichem Provisionsmodell. Suite 101 bezeichnet sein Modell als "Journalismus on Demand".

Über Erfolg berichtet man gerne und daher hat Suite 101 die Galerie seine besten Autoren gestern auf Twitter und Facebook beworben und sucht Leute, denen diese Seite der ausgezeichneten gefällt. Also, bitte: voten, wenn euch das gefällt.

Wir haben uns das Profil einiger Autoren angesehen und sind wirklich beeindruckt von der Professionalität. Aktive und ehemalige Journalisten schreiben dort ebenso wie ambitionierte Novizen. Viele der Autoren haben bereits Bücher über Verlage oder im Eigenverlag veröffentlicht und jedenfalls großen Spass am Schreiben. So hat der am meisten mit Tipps ausgezeichnet Klaus J. Schwehn seine Bücher im Eigenverlag bei Lulu oder Martina Rüter diverse Bücher bei diversen Verlagen veröffentlicht. Insgesamt eine interessante Autorenschaft.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik