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Donnerstag, 6. Januar 2011

Verlagsmodelle: 10 Meter Bücher bitte! [Buchsteuer]

Diesen Beitrag der New York Times habe ich soeben auf dem iPad über das real-time Magazin Flipboard und meinen Twitter-Netzwerkkontakt Tim O'Reilly [Visionär, Verleger und Erfinder des Begriffs Web 2.0] gefunden und witzig gefunden. Das gedruckte Buch als Design-Element für Leute mit Geschmack. Das ist zwar nicht ganz neu aber irgendwie scheint es mir eine sehr attraktive Strategie für Verleger zu sein. Angeblich macht der berühmte, auf Gebrauchtbücher spezialisierte Strands in New York mit diesen Mengen- und Volumensbestellungen von Innenarchitekten und Designern bereits rund 5 Prozent seines Umsatzes.

Nun dann, wenn gedruckte Bücher schon Luxus sind, dann sollte die Politik doch über eine Luxussteuer [Buchsteuer] nachdenken und damit auch der unsinnigen Ressourcenverwendung für den Großteil der gedruckten Bücher entgegentreten. Wer Bücher unbedingt auf totem Holz gedruckt haben will, wird ja bereit sein, etwas mehr zu bezahlen. Ist nur so eine Idee!

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Mittwoch, 3. November 2010

Bücher verkaufen: Leitfaden für Indie Autoren [#Amazon] Teil 1

Früher war es die Aufgabe von Verlagen, sich um Produktion, Vertrieb und Marketing von Büchern zu kümmern. Die Autoren der Indie-Szene hingegen haben sich aber selbst darum anzunehmen wobei es heute dramatisch einfacher als noch vor wenigen Jahren ist, Bücher zu verkaufen. Am einfachsten ist das natürlich online. Autoren können ihre Bücher heute über eine Vielzahl von Kanälen verkaufen und sich so eine breite Präsenz aufbauen. Vorausgeschickt sei allerdings, dass zwar vieles möglich und theoretisch auch einfach ist aber ähnlich wie bei den Mobiltelefonen liegt der Detail im Gebührendschungel begraben. Letztlich will man ja als Autor auch etwas verdienen.

Hier eine kurze Zusammenstellung über die Möglichkeit, die eigenen gedruckten Bücher systematisch über das Web zu verkaufen [die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf V:

  • über den eigenen Blog mit PayPal: PayPal bietet die sehr komfortable Möglichkeit, sich als Händler anzumelden, einen Shop mit kleiner Warenwirtschaft einzurichten und dann den entsprechenden Code für den "Jetzt kaufen" Button am eigenen Blog einzubauen. Das ist wirklich denkbar einfach, funktioniert supertoll und ist gut für den fallweisen Buchverkauf. Die Provisionen, die man an eBay zu entrichten hat liegen in der Größenordnung wie bei den Kreditkarten [zwischen 5 - 8%]
  • der Weg über eBay ist ein sehr einfacher aber nach unserem Geschmack ist eBay bei Büchern eher nicht die wirklich Wunschadresse. Ansonsten: registrieren und freischalten lassen. Mittelmäßig aufwendig und mittelmäßig erfolgreich. Man zahlt in Abhängigkeit vom gewählten Programm Listinggebühren und Verkaufsprovisionen.
  • über Amazon Seller Central (Amazon Marketplace): für dieses Programm muss sich der Autor bei Amazon anmelden, seine Daten inklusive Bankdaten etc. abgeben, Amazon prüft dann die Identität und schaltet den Autor bei positiver Prüfung als Verkäufer frei. Das ist eine etwas komplexere, weil auch zeitaufwendigere Methode und dann geeignet, wenn mehrere Bücher bzw. Artikel verkauft werden sollen. Die Titel sind nicht im "normalen" Katalog gelistet, sondern über den Linkverweis "der Artikel ist bei folgenden Anbietern erhältlich" in einem eigenen Amazon Shop des Verkäufers. Dieser hat dann auch für die Bestellbearbeitung und den Versand zu sorgen. Die Qualität des Fulfillments wird von den Käufern bewertet. Die Gebühren von Amazon liegen bei Büchern bei 15% vom Verkaufspreis. Darüber hinaus ist in Abhängigkeit vom gewählten Programm [Normal, Power etc] eine monatliche Fixgebühr ab € 39,00 aufwärts zu bezahlen. Das Seller Central Programm lässt sich auch mit dem Fulfillment By Amazon [FBA]-Programm verknüpfen, wobei dann Amazon gegen entsprechende Gebühren die Lagerung und Logistik übernimmt. Das ist daher eher weniger geeignet für die typischen Indie Autoren und eigentlich schon mit dem Amazon Advantage Programm vergleichbar.
  • über Amazon Advantage: das ist die professionelle Methode für die Verlage und Autoren mit größerem Portfolio. Die Anmeldung ist ähnlich wir bei Amazon Seller Central aber inklusive der gesamten Bestell- und Abwicklungslogistik (Fullfillment by Amazon oder FBA). In diesem Fall hat der Autor seine Bücher vorab an Amazon auf ein Kommissionslager zu senden, aus welchem Amazon die hereinkommenden Bestellungen erfüllt. Diese Bücher erscheinen im "normalen" Amazon Katalog. Dafür entrichtet man Gebühren, die bis zu 50% des Verkaufspreises gehen. Abgesehen davon muss der Autor die Bücher zunächst auf eigene Kosten produzieren lassen und hat damit die Vorfinanzierungskosten.
  • Create Space: das ist ein Tochterunternehmen von Amazon und auf On-Demand-Produktion spezialisiert. Die Funktionsweise ist einfach, es fallen kaum Vorabkosten an [Ausnahme: ein paar Euro für die Bestellung des Proof-Exemplars] und die eingereichten Bücher werden im "normalen" Amazon-Programm gelistet. Dafür zahlt man aber auch entsprechende Gebühren, die sich in Abhängigkeit von den Ausstattungsmerkmalen der Bücher [Farbe, Format, Papier] sowie in Abhängigkeit von den gewünschten Verkaufskanälen online errechnen lässt. Die bei Bestellung durch den Kunden im Print-on-Demand produzieren Bücher haben eine hohe Qualität. Der Vorteil im Vergleich zum Amazon Advantage Programm ist, dass keine Vorabkosten für die Produktion von Büchern anfallen und man trotzdem im "normalen" Programm geführt wird.

So, jetzt einmal kurz durchatmen. Es ist natürlich empehlenswert, die verschiedenen Verkaufskanäle abgestimmt zu nutzen und dann noch mit den Social Media Kanälen wie Twitter und Facebook zu verknüpfen. Da das alles mit einer ordentlichen Portion Komplexität verbunden ist, bieten wir als MedienFabrik diese Dienstleistung den Autoren an. Wir sorgen dafür, dass die Produkte auf allen Kanälen gelistet und verfügbar sind. Dafür nehmen wir dann 15% von Nettoverkaufserlös und das Kopfweh des Autors. Dieser sollte sich auf das Schreiben und die Kreativarbeit konzentrieren. Fragen: dann bitte einfach Kontakt aufnehmen mit uns! 

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Sonntag, 1. August 2010

Meta-Daten können Lese- und Verlagswelt retten

Wir haben in Verbindung mit Medienmarketing und URL Shortening schon einen Artikel über die Bedeutung der Meta-Daten publiziert. Ausgehend davon, dass die, über Meta-Daten erlangbare Kenntnis der Verhaltens- und Interessenslagen der anvisierten Zielgruppen über deren Click-Through-Verhalten bei versandten Links [Facebook, Twitter, Blogs] wesentlich ist für den Verkauf von Büchern, haben wir die Bedeutung von URL Shortening Services wie Bit.ly im Rahmen eines effizienten Online-Marketings dargelegt. Für uns sind Meta-Daten die DNA des neuen Webs, deren Entschlüsselung den Weg zu neuen Lesern öffnen kann.

Daran anschließend möchten wir auf einen interessanten Artikel auf dem O'Reilly Blog verweisen, wo der Autor Nick Ruffilo die Behauptung aufstellt, dass es NUR die Meta-Daten sind, welche die Verlagsindustrie retten können. Warum? Nun, ähnlich wie wir sieht Nick die Aufgabe von Meta-Daten darin, dem Leser die für ihn geeigneten und interessanten Werke online zuzuführen. Um das zu erreichen müssten wir die heute in der Verlagsindustrie verwendeten Meta-Daten signifikant ausweiten. Die vorhandenen Meta-Daten wären laut Nick bei weitem nicht ausreichend, um den Leser effektiv und effizient durch den schier unübersichtlichen Buchdschungel zu führen. Er schlägt als Erweiterung zB vor, die Seitenzahlen, Zeitperiode des Werkes, neue Kategorien, Schreibstil und Serienzugehörigkeit in branchenweite Meta-Daten zu gießen.

Die von Nick dargebrachte Hypothese ist, dass es mittels geeigneter Beschlagwortung (Meta-Daten) gelingen kann einen Teil der fallweisen Leser oder Nichtleser zu regelmäßigen eBook-Lesern zu machen. Das wäre für den US-Markt ein Potenzial von knapp 166 Millionen Menschen von den insgesamt 240 Millionen erwachsenen Amerikanern. Derzeit wären nur knapp 64 Millionen US-Amerikaner Vielleser.

Wie man systematisch Meta-Daten auswerten kann zeigt die neue Facebook App von Amazon. Über das Open Graph API von Facebook holt sich Amazon die Meta-Daten über das Facebook Mitglied ab und baut darauf seine Buchempfehlungen auf. Ein guter Bericht über dieses neue Amazon Projekt haben wir von Marcel Weiß auf buchreport.de gefunden. Letztlich zielt Amazon mit seiner App ebenfalls auf noch genauere Buchempfehlungen ab und hofft offensichtlich, damit noch mehr Bücher verkaufen zukönnen.

Meta-Daten sind letztlich auch die Quintessenz der gesamten XML-Philosophie und damit schließt sich der Kreis zwischen Marketing, Content und Produkt schließen. Letzlich kann ein entsprechend mit Meta-Daten gekennzeichnetes XML-Dokument wesentlich leichter von den potenziellen Lesern und Käufern gefunden werden als ein unintelligentes Werk ohne Meta-Daten. Damit schließen wir für heute das Thema ab und freuen uns auf euer Feedback.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik