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Montag, 3. Januar 2011

Warum der Magazinverkauf über den iPad nicht [gut] funktioniert!?

Wir haben gestern ein Chart über den Magazinverkauf über iPad Apps im Jahr 2010 gebracht. Einfach zum Nachdenken und ohne viel Kommentar dazu [siehe Bericht]. Heute haben wir ein wenig Recherche betrieben und uns die Meinung des Marktes über die eher enttäuschenden Daten geholt. Die Antwort in aller Kürze: es liegt an den Apps!

Das Wallstreet Journal brachte gestern einen ausführlichen Artikel zum Thema der elektronischen Magazinpublikationen bzw. eines digitalen Kiosks. Offensichtlich sind die individuellen iPad Apps nicht das Gelbe vom Ei und haben teilweise durch die Verleger [Entwickler] hausgemachte Probleme. So dürfte das Subscription/Abo-Modell in den einzelnen Apps bzw. in darin abgebildeten Prozessen überhaupt nicht oder nur schlecht funktionieren. Viele Apps sind tatsächlich technisch-multimediale Spielereien unter Vernachlässigung kaufmännischer Überlegungen. Das wiederum führt dazu, dass jede einzelne Ausgabe eines Magazins bei den meisten Apps einen separaten Kaufvorgang erfordert. Damit wird wiederum der Sinn eines Subscription/Abo-Modell ad absurdum geführt, da sich der Verleger nicht darauf verlassen kann, dass der Abonnent [also derjenige, welcher die App heruntergeladen hat] tatsächlich jede Ausgabe kauft. Jede Kaufentscheidung, ja jeder Klick zuviel birgt das Risiko, dass der Käufer - aus welchen Gründen auch immer - nicht kauft [nicht klickt]. Mit den Subscriptions/Abos will man nachgeradezu diese vielen Kaufentscheidungen verhindern und auf eine einzige verdichten - den Kauf des Abos.

Betrachtet man nun das dargebrachte Chart, dann scheint einem diese Argumentation nur logisch zu sein. Es gibt natürlich auch Ausnahmen wie den englischen Economist, der das iPad-Abo mit dem Print-Abo verknüpft und die iPad-Ausgabe jede Woche automatisch an das iPad zustellt [siehe interessante Apps Rezension von The Guardian]. Das Subscription/Abo-Modell wäre rein technisch gesehen einfach über den iTunes Store zu lösen aber darüber wiederum wollen die Verleger aus strategischen Überlegungen nicht verkaufen. Einerseits verlieren sie damit den direkten Bezug zu den Lesern [Abonnenten] und andererseits verlangt Apple eine Vermittlungsprovision von 30 Prozent. Sie würden in eine Abhängigkeit von Apple geraten, so ihre Befürchtungen. Die Musikindustrie hat die diesbezügliche Dominanz von Apple schon vor Jahren zu spüren bekommen wobei dort die Abo-Modelle nicht annähernd jene Bedeutung haben wie in der Medienbranche im Allgemeinen und im Magazinsegment im Besonderen.

Die enttäuschte Erwartungshaltung der Verleger bei Apple's iPad versucht sich nun Google zu Nutze zu machen. Nach der Errichtung des Google eBookstores soll es auch einen eNewsstand geben über den die Verleger ihre Magazine verkaufen können. Google soll dabei laut Wallstreet Journal den Verlegern geringere Provisionen abverlangen als Apple. Apple wiederum versucht, den iTunes Store besser an die Bedürfnisse der Verleger im Magazinbereich anzupassen, um zu verhindern, dass hier ein Exodus zu Google stattfindet. Spätestens mit dem iPad 2 will man seitens Apple diesbezüglich mit neuen Funktionen und einem neuen Angebot an die Konsumenten treten. Das erfordert bereits im Vorfeld eine Einigung mit den Verlegern und diese sind offensichtlich nach den enttäuschenden Ergebnissen nicht mehr ganz so euphorisch und Apple- bzw. iPad-minded.

Wir dürfen uns also auch im eMagazin-Segment auf ein spannendes 2011 freuen und hoffen im Sinne eines funktionierenden Marktes, dass Google es schafft, Apple etwas Mitbewerb entgegensetzen zu können. 

 

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Sonntag, 2. Januar 2011

Magazinverkauf über das iPad [Chart 2010]

Wir dürfen euch nachfolgend ein interessantes Chart präsentieren, das zum Nachdenken anregt. Demgemäß schlägt sich der Hype bzw. schlagen sich die millionenfach verkauften iPads derzeit noch nicht auf die Verkaufsziffern der Magazine durch. Nach dem Rummel um die WIRED-Einführung Im Mai/Juni 2010 flachten bei WIRED & Co die Verkaufszahlen über iPad Apps offensichtlich ab und stagnieren.

 

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Dienstag, 3. August 2010

Flipboard: real-time Magazin (Testbericht II)

Wir haben vor gut einer Woche über das neue (vielleicht sogar erste) real-time Magazin Flipboard berichtet. Damals hatten die Burschen aus Palo Alto gerade erst ihren Start gehabt und waren mit allen Startproblemen, die technische Projekte halt so haben konfrontiert. Daher funktionierte z.B. damals die Twitter- und Facebook-Registrierung nicht. Seit kurzem funktioniert auch das und daher dürfen wir unseren Testbericht fortsetzen.

Die publizistische Idee von Flipboard ist es offensichtlich, Blogbeiträge und Artikel, die über mein Twitter- und Facebook-Netzwerk mittels Links verschickt und diskutiert werden in ein dynamisches Magazinformat zu gießen. Zusätzlich zu diesen, durch mein Netzwerk verteilten Artikeln kann ich aus einer Reihe von Blogs wählen, die ich im Magazin lesen will. Ein spannender Ansatz, weil er zumindest meine Bedürfnisse trifft. Ich muss mich nicht erst von einem Twitter- oder Facebook-Link auf den Beitrag klicken und durch das Web surfen, sondern sehe diese vor mir im Magazin. Dabei werden sowohl Artikel, wie Bilder oder Videos dargestellt. Optisch hinkt das ganze noch, was aber angesichts der dahinter liegenden Komplexität verständlich ist. Flipboard ist ein dynamisches Format und muss Inhalte unterschiedlicher Herkunft, Formate, Längen und Größen darstellen. Das lösen die Kollegen aus Palo Alto schon in dieser Anfangsphase ganz gut aber wie gesagt gibt es hier viel Raum für Optimierung.

Flipboard ist unseres Erachtens nach ein ideales Format für das iPad und nutzt dessen multimedialen Möglichkeiten deutlich besser als vergleichbare Formate wie WIRED oder SPIEGEL. Flipboard ist ein Kind, das erkennbar aus Twitter heraus geboren wurde, der Plattform für Blogger, Journalisten und Informationsjunkies. Dass daneben noch Celebrities und Celebrity News ihr Unwesen über Twitter treiben ist systeminhärente Dichotomie. Damit kann ich Twitter zu einem Informationsmedium oder zu einem Gossip-Magazin gestalten - ganz wie ich es mir halt zusammenstelle.

Twitter wirkt daher sehr natürlich im Flipboard-Format wohingegen man die aus Facebook kommenden Updates und Beiträge eher als "hineingezwängt" erlebt. Vor allem: wen interessieren denn die meist oberflächlichen Updates in einem Magazinformat?

Wie bereits mehrfach in diesem Blog dargelegt sind wir unbedingte Verfechter von real-time ePaper und glauben, dass das die Zukunft für viele Magazine und Zeitungen sein wird. Und diesbezüglich sollten die Medienunternehmen und Berater Flipboard auf ihre Watchlist setzen. Wir jedenfalls werden uns die eine oder andere Idee für unsere Projekte abkupfern. Damit wir und unsere Kunden auch etwas von Geldern der hinter Flipboard stehenden Risikokapitalgebern haben und uns vielleicht etwas Forschungs- und Entwicklungsarbeit ersparen;).

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Freitag, 23. Juli 2010

Flipboard: real-time Magazine [Testbericht und Hintegrund]

Wer unseren Blog verfolgt weiß, dass wir Anhänger von real-time ePaper Formaten sind. Das bedeutet für uns die Suche nach der perfekten Synergie aus den Vorteilen der Papier- und der Online-Welt. Die Papierformate zeichnen sich [meist] durch lesefreundliche Formate und entsprechendes Layout aus. Der Nachteil ist, dass die Nachrichten auf dem Weg zum bedruckten Papier meist schon wieder veraltet sind und Produktion sowie Verbreitung in der physischen Welt viel Geld kostet. Online zeichnet sich durch hohe Aktualität [real-time] aus ist aber am traditionellen Bildschirm eines PCs oder Notebooks nicht besonders lesefreundlich. Websites haben eben andere Designvorgaben.

Das perfekte ePaper-Format im Magazin- oder Tageszeitungsbereich soll mir real-time Nachrichten in einem lesefreundlichen Format auf meinen eBook Readern [iPad, iPhone, Kindle, TabletPC etc] präsentieren. Diesen konzeptionellen Hybridansatz verfolgt das US-amerikanische StartUp Flipboard wobei es sich ausschließlich auf das Apple iPad fokussiert. Diese Einschränkung auf eine Hardware-Plattform ist [bei aller Attraktivität von Apple Produkten] ein Nachteil wobei wir zugestehen, dass es derzeit eben keine großen Alternativen für real-time Formate gibt. Hinter Flipboard stehen renommierte Investoren aus der Silicon Valley Ökosphäre und damit das große Geld. Mit mehr als US-$ 10 Millionen und 20 Mitarbeitern wurde diese Woche die erste Ausgabe präsentiert.

Wie funktioniert Flipboard? Nun, so ganz können wir das noch nicht beantworten, da einige grundsätzliche Funktionalitäten noch nicht freigeschalten waren. Unter anderem das angebliche Herzstück: die Integration unserer Facebook- und Twitter-Accounts. Auf der Homepage entschuldigt sich dann der CEO auch dafür. Wir verstehen nicht, warum diese Facebook- und Twitter-Integration nicht über Facebook Connect oder OAuth automatisiert gelöst wird aber das wird schon seine Gründe haben.

Das Grundprinzip von Flipboard haben wir allerdings verstanden und das gefällt uns. Flipboard präsentiert im Magazin Nachrichten von diversen Blogs, die auf Facebook und Twitter mittels Hyperlinks verteilt, kommentiert und diskutiert werden. Der Leser kann sich auf der ersten Seite "Content" einzelne Contentbausteine je nach seinem Interesse in das Magazin laden. Hier ist man nicht frei in der Auswahl, sondern auf die angeführten Themen und Module angewiesen. Auch das deutet darauf hin, dass es hier [noch] technische Einschränkungen gibt, denn es würde wohl technisch nichts dagegen sprechen, wenn sich der Leser auf Basis XML bzw. RSS-Technologien seine Lieblingsblogs dynamisch zusammenstellt wie dies heute ja schon über die Social RSS Feeds wie z.B. RSS Graffiti möglich ist.

In den einzelnen Themenbereichen werden dann im ansprechenden Magazinstil diverse Artikel von diversen Blogs präsentiert wobei diese Artikel nicht immer vollständig sind [man kann aber dann im Web weiterlesen]. Klickt der Leser einen Artikel im Flipboard an, dann geht [siehe Bilder] links eine Twitter-Leiste auf, wo man sehen kann, wer über diesen Artikel getwittert hat. Über dem Artikel gibt es das typische "like it" Zeichen von Facebook bzw. auch die Möglichkeit, den Artikel per Email zu versenden. Wie gesagt, diese Funktionalität konnten wir nicht testen, da unsere Facebook- und Twitteraccounts noch nicht freigeschalten waren.

Was uns stört ist, dass ohne Internetverbindung gar nichts geht. Nicht einmal öffnen kann man das Magazin! Im Gegensatz zu anderen iPad Magazinformaten wie WIRED oder MASHABLE [siehe unsere Berichte] funktioniert Flipboard nur online. Das ist sicher dem strikten real-time Ansatz geschuldet und dem Umstand, dass viele Artikel eben nicht vollständig im Magazin enthalten sind, sondern online fertig gelesen werden müssen. Hier sehen wir noch konzeptionelle Unschärfen bzw. Raum für Optimierungen.

Insgesamt aber hat uns das Konzept von Flipboard durchaus beeindruckt und liegt hinsichtlich des Ausmaßes der Innovation deutlich vor allem anderen, was wir bisher gesehen haben. Wir sind gespannt auf die zukünftige Entwicklung.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik