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Montag, 11. Oktober 2010

Erfahrungsbericht: Blogs, Autoren, Social Media und Kurven

Wir haben hier vor wenigen Tagen über den Autor Christoph Heidt und seinen Einstieg in die neue Welt des Publizierens berichtet. Wie in diesem Beitrag ausführlich dargelegt hat Christoph Heidt die erste Ausgabe seines Buches „Genussvoll Leben“ 2008 noch traditionell verlegen lassen. Traditionell heißt: gedruckte Auflage und typische Mediendistribution. Daneben noch etwas Corporate Publishing – also werbliche Vermarktung. In mehreren Sprachen und mit weltweiter Präsenz. Nachdem Christoph [noch] kein Jamie Oliver ist war dieses aufwandsträchtige Projekt ökonomisch gesehen kein Blockbuster obwohl sich die Qualität des Buches sicher auf „Jamie Oliver Niveau“ bewegt.

 

In der neuen Auflage wollte Christoph Heidt das Buch auch als eBook haben. Er hatte viel darüber in den USA gehört. Wir haben das gerne für ihn gemacht und ihm auch die entsprechenden Social Media Properties eingerichtet [Blog, Issuu, Twitter, flickr etc] und sind damit letzte Woche gestartet. Der Größe des Marktes entsprechend haben wir zunächst mit der englischen Version „Savour The Pleasures of Life!“ begonnen. Wir haben das Buch auf Issuu und Amazon Kindle publiziert [Smashword & Co folgen noch] und wurden heute [11.Oktober 2010] von Amazon freigeschalten. Christoph hat dieses Ereignis mit einem Blogbeitrag kommentiert. Das Resultat: die Zugriffsraten auf Issuu sind explodiert und haben tolle grafische Kurven erzeugt! Und dabei ist Christoph ein BloggerNewbie.

 

Auch die vorhergehende Version von „Savour The Pleasures of Life!“ wurde bereits über Issuu publiziert, hatte aber nur wenige Leser. Man sprach halt nicht wirklich darüber im Web und wie sagt schon die Bibel: tue Gutes und rede darüber. Durch die nunmehr breite Kommunikation über viele Social Media Präsenzen konnte die Anzahl der Zugriffe auf das Buch und damit die Anzahl der Leser um Potenzen gesteigert werden (siehe Grafik des ersten Halbtages).

 

Resümee: Autoren müssen sich der gesamten Palette der Social Media Plattformen bedienen, um ihre Werke zu besprechen und zu promoten. Wir wissen heute noch nicht, wie sich die Verkaufszahlen für die eBook- und Print-Version von Christoph’s Buch entwickeln werden aber man braucht kein Prophet sein, wenn man annimmt, dass diese sich im Vergleich zur letzten Ausgabe deutliche besser darstellen werden.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Samstag, 9. Oktober 2010

Christoph Heidt: ein Autor sucht erfolgreich neue Wege

Das Projekt, ein Buch über Genuss, Ernährung und Gesunde Lebensführung zu schreiben, hat Christoph bereits 2008 mit dem Verlag Pressel Publishing gestartet. In diesem Jahr erschien auch die erste Ausgabe des Buches Genussvoll Leben [hier zu lesen auf issuu und hier zu kaufen auf Amazon]. Das Buch erschien in einigen Sprachen und wurde in den USA ebenso verkauft in wie UK oder Litauen [hier die englische Version Savour The Pleasures of Life! auf issuu].

 

Christoph Heidt ist hauptberuflich Marketing Manager und Produkt-Scout bei VOM FASS, ein traditionsreiches Unternehmen, das mit wertvollen Ölen und Essenzen handelt. Vor Jahren hat VOM FASS damit begonnen, eine weltweite Franchisekette aufzubauen. Heute hat das Familienunternehmen eine [beinahe] weltweite Präsenz – in Asien und USA ebenso wie in Europa. Nur Afrika fehlt derzeit noch. Die Geschäfte findet man an noblen Plätzen wie im Harrods in London ebenso wie in etwas entlegeneren Orten wie im deutschen Dachau.

 

Das Besondere und somit Alleinstellungsmerkmal von VOM FASS ist, dass man ausschließlich mit hochwertigen Ölen und Essenzen handelt und diese durch die Art des Lagerns und Handelns auch noch veredelt. Die wertvollen Flüssigkeiten werden ausschließlich in Holzfässern in die Geschäfte geliefert wo sie von den Kunden in gekaufte oder mitgebrachte Behälter gezapft werden können. Vom nativen Olivenöl extra BIO mit dem klingenden Namen Don Carlos über das unverschämt teuere, weil wertvolle Nachtkerzenöl BIO bis hin zu frischen Fass-Weinen [ohne Sulfidzusatz und daher mit „Kein-Kopfweh-Garantie] und erlesenen Whiskys im Fass. Alles wird frisch gezapft und ohne unnötige Verpackung verkauft. Die perfekte Symbiose aus Qualität, Genuss und ökologischer Nachhaltigkeit.

 

Die weltweite Präsenz zwwingt Christoph Heidt eine intensive Reisetätigkeit ab. Es verbringt mehr Zeit in Flugzeugen und Hotels als zu Hause. Auf seinen Reisen hat[te] der die Gelegenheit die Ernährungs- und Genussgewohnheiten der verschiedensten Kulturkreise und Regionen ebenso zu erfahren wie deren allgemeine Lebensgewohnheit. Als passionierter Connaisseur ist Christoph ständig auf der Suche nach neuen Produkten und Produzenten und versucht, deren Produkte auf weltweite Basis zu stellen. Er ist daher eine Art Genuss- und Spezialitätenbotschafter. Abseits des kulinarischen Genusses ist Christoph ein Extremläufer, der wohl kaum einen Marathon auslässt und schon auch einmal bei einem 100-Kilometer-Lauf mitmacht bevor er wieder ins Flugzeug steigt. Christoph ist der lebende Beweis, dass Genuss, Ernährung und Gesundheit keine Widersprüche sind.

 

Christoph hat seine Erfahrungen 2007/2008 in Genussvoll leben! dargelegt. Seither hat sich aber die Welt verändert und auch die Art des Buchschreibens. Daher wurden wir gebeten, die Konzeption des Buches komplett in Richtung Crossmedialität und Interaktivität zu überarbeiten und ein entsprechendes eBook neben das gedruckte Buch zu stellen. Ziel ist es, die potenziellen Leser über Social Media [Blogs, Twitter, Facebook etc] in die Entwicklung des Buches einzubinden, sich von ihnen inspirieren zu lassen aber gleichzeitig Mundpropaganda 2.0 für das Buch zu betreiben. Daher bringen wir das Buch in einer neuen, crossmedialen Edition heraus und damit auch als eBook. Letzteres wird über Amazon Kindle ebenso vertrieben wie über Smashwords und damit über alle wichtigen eBook-Verkaufsplattformen. Das eBook wird als enriched Book erscheinen und mehr sein als eine 1:1 Abbildung des gedruckten Buches. Vielmehr ist es eine logische Erweiterung zu den Social Media Plattformen und entsprechend verlinkt bzw. multimedial angereichert [Werkzeuge: Adobe InDesign CS5, Calibre, HTML Editor, Word]. Zu diesem Zweck haben wir für Christoph eine komplette Social Media Plattform aus Blog [Christoph’s Notes], Twitter, Facebook, Flickr etc aufgebaut. Das eBook ist als interaktives und lebendiges Medium positioniert und wird der Dynamik des Themas entsprechend [Ernährung, Genuss und Gesundheit] regelmäßig einem Update unterzogen. Auch werden im Rahmen einer VOM FASS Edition regelmäßig neue Rezepte, Spezialitäten und Anwendungen publiziert. Die Inputs dafür holen wir uns von Christophs Blog, wo er über seine Erfahrungen und Eindrücke berichtet – und aus den Kommentaren dazu.

 

Bereits der erste Blogbeitrag, der heute vormittags erschienen ist und über einen starken kulinarischen Eindruck aus Barcelona berichtet [Titel: About Pleasure] konnte einen kleinen Rekord verzeichnen. Binnen weniger Stunden hatten sich bereits mehrere hundert Leute, den Beitrag angesehen. Und das obwohl Christoph ein kompletter Novize und der Blog erst einige Stunden alt ist. Da werden einige altgediente Blogger neidisch werden.

 

P.S.: das englische eBook wird in der zweiten Oktoberwoche online stehen und die deutsche Version gegen Ende Oktober.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Samstag, 7. August 2010

MetaDaten, Informationsverbreitung und Social Media Marketing [#NeuesLesen]

Wir betreiben für uns und unsere Kunden [darunter auch Verlage und Autoren] bereits seit 2007 eine Reihe von Blogs, die wir jeweils mit Twitter, Facebook und einer Reihe von sonstigen Social Media Plattformen und Bookmarking Sites verknüpft und über URL Shortening mit Autoposting-Funktionen ausgestattet haben. Das bedeutet, dass ein Blog-Artikel unmittelbar nach seiner Publikation die Reise durch das Web antritt und seine Reise mit Hilfe der über die URL Shortener erhältlichen Auswertung real-time verfolgt werden kann. Natürlich haben wir die Blogs in unsere Google Statistikumgebung eingebunden und verfolgen systematisch deren Entwicklung [letztlich wollen wir ja wissen was wie ankommt oder nicht]. Hinzufügen möchten wir, dass viele Blogbeiträge die Beschreibung von Büchern und Produkten zum Inhalt hatten, also ein Teil einer Marketingkampagne waren und auch entsprechend mit Facebook Werbung und Google Adwords beworben wurden. Soweit die Ausgangsposition.

 

Wir wollten jetzt wissen, wie sich die Informationsverbreitung innerhalb des Webs bzw. des Social Media Universums für uns tatsächlich darstellt. Daher haben wir uns in den letzten Tagen die Mühe gemacht, rund 600 Blogbeiträge, die in den letzten 18 Monaten verfasst wurden, statistisch auszuwerten und haben unsere Überraschung erlebt.

 

Wir leben mit Twitter und Facebook in einer real-time Welt, d.h. dass wir Postings bzw. Updates unserer Freunde und Followers sofort sehen und reagieren können. Vor unseren Augen fließen die vielen Updates über den Bildschirm und verlieren ihre Aktualität sobald sie am unteren Rand des Bildschirms verschwinden. Eine schnelle Instant- und Fastfood-Welt in der wir leben. Insofern haben wir angenommen, dass die Zugriffe auf  Blogbeiträge sich ähnlich verhalten würden: die meisten Zugriffe zu Beginn und danach abflachend. So ist es aber nicht.

 

Über [fast] alle Artikel unserer Analyse konnten wir das Phänomen feststellen, dass lediglich 20% der statistisch erfassten Zugriffe auf den Blogbeitrag in den ersten 10 Tagen nach Einstellung erfolgten. Das galt grundsätzlich auch für jene Artikel, wo wir begleitend Werbung geschalten hatten wobei sich hier der Anteil der Zugriffe in den ersten 10 Tagen um die 30% einpendelte. Die restlichen 70% bzw. 80% der Zugriffe bzw. Leser sind in der Folge erst über die Monate nach ihrer Veröffentlichung hinzugekommen wobei hier fast ein linearer Zuwachs beobachtet werden kann. Ähnliches gilt auch für Bücher, die wir mittels Blogbeiträgen beworben haben. Die wenigsten Kauftransaktionen finden unmittelbar nach Aussendung des Beitrages statt, sondern eher langsam. Der Höhepunkt der Zugriffe und Käufe liegt irgendwo zwischen 8-12 Wochen nach Erscheinen des Artikels. Wir stellen die Bücher, die wir für unsere Verlags- und Autorenkunden verkaufen auch auf die Online-Bibliothek issuu ein und konnten dort ein fast identisches Lese- und Zugriffsverhalten ausmachen. Die meisten Leser hatten wir regelmäßig nach 8 Wochen wobei sich dann zwar der Zuwachs abflachte aber meist auf relativ hohem Niveau verblieb.

 

Eine erste Interpretation: nur ein Bruchteil der Leser und Zugriffe kommt in real-time [Echtzeit] direkt von Twitter und Facebook, denn dort verschwindet der Beitrag ja nach wenigen Sekunden wieder. Die Leser müssen also über Suchmaschinen bzw. über die Verlinkung mit anderen Blogs und Artikeln kommen. Nicht zuletzt verlinken wir unsere Artikel untereinander, was wohl den kaskadenartigen Netzwerkeffekt unterstützt. Die Blogbeiträge werden über deren MetaDaten gefunden, sie sich in zwei Kategorien einteilen lassen. Da wären zunächst die Meta-Stammdaten wie Titel, Beschlagwortung [tags], Kategorisierung und Links [als Unique Resource Identifier URI]. Hinzu kommen auch noch die Meta-Bewegungsdaten, die durch die Verkürzung der Links über die URL Shortening Services wie bit.ly hinzugefügt werden. Die MetaDaten sind DNA und Lebensnerv der Beiträge. Das war uns schon klar [siehe unsere Beiträge über MetaDaten und URL Shortening] aber trotzdem ist das Ergebnis unserer Auswertung überraschend. Die MetaDaten sorgen offensichtlich für den viralen Effekt indem sie sich mit MetaDaten anderer Artikel und Beiträge verknüpfen und so eine Spur zu unserem Beitrag legen bzw. diesen in einen Informationsteppich einknüpfen. Der oft zitierte Netzwerkeffekt eben.

 

Wir stellen uns angesichts dieser Ergebnisse die Frage ob das Social Media Marketing wie z.B. über Facebook Werbung daher nicht völlig überschätzt wird? Es scheint sich der viel beschriebene Virale Effekt auf eine Art natürliche Weise aufzubauen und dürfte auch über bezahlte Werbung zu Beginn der Informationsaussendung nicht zu beschleunigen sein. Es bedeutet jedenfalls auch, dass Autoren und Verlage bei der Vermarktung ihrer Bücher keine kurzfristige Perspektive einnehmen dürfen, sondern sich die Zeit geben müssen, um ihren Blogs aufzubauen. Jede Schlussfolgerung, die nach wenigen Wochen und Monaten gemacht wird ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Die Welt da draußen ist – real-time hin oder her – noch immer nicht so schnell wie wir angesichts der über den Bildschirm fließenden Updates verführt sind zu glauben. Praktisches Fazit: über einen Blogbeitrag des öfteren Updates und Tweets versenden.

 

Wir analysieren und brainstormen natürlich noch weiter über die für uns überraschende Erkenntnis und scheinbare Dichotomie: hier das real-time Web mit dem Fastfood-artigen Informationskonsums und dort der langfristige Lebenszyklus bzw. die langsame Proliferation der Artikel durch das Web. Jeder Diskussionsbeitrag sowie eure Erfahrungswerte werden begrüßt.

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik