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Sonntag, 2. Januar 2011

eBooks Save The World oder verändern sie zumindest

Nun gut, das war's! Das Jahr 2010 ist vorbei und damit wahrscheinlich jenes Jahr, in dem sich das elektronische Papier [ePaper] endgültig am bedruckten Ahnen vorbeigeschoben hat. Es ist kaum zu glauben, aber noch vor einem Jahr hat es weder einen iPad von Apple gegeben, noch ein eBookstore und natürlich auch keine Amazon Kindle App für den iPad. Jetzt gibt es das alles und noch viel mehr: Google hat gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel den Google eBookstore online gestellt [zumindest in den USA], die junge eBook Publikations- und Distributionsplattform Smashwords wächst und wächst und wächst und ... Ende 2010 hatten Autoren und Verlage mehr als 1,2 Milliarden Wörter über Smashwords publiziert.

Amazon hat uns wissen lassen, dass der Kindle 3 das erfolgreichste, von Amazon verkaufte Produkt aller Zeiten ist und diesbezüglich sogar Harry Potter überholt hat. Kurz vor Weihnachten musste Amazon sogar erklären, dass der Kindle 3 ausverkauft war. Aber auch auf dem iPad war die Kindle Plattform ein Renner: die Kindle App für den iPad nimmt Platz 9 der am meisten heruntergeladenen Apps ein [siehe Bericht von Business Insider].

Die mit dem iPad von Apple geschaffenen Tablet's bringen gemeinsam mit der neuen Generation an eBook Readern wie den Kindle 3 viele Millionen Leser an die eBooks heran. Es wird allgemein geschätzt, dass Apple bis Ende 2010 rund 7,5 Millionen iPads und Amazon rund 8 Millionen eBook Reader verkauft haben [siehe auch unsere kleine Wettbewerbsanalyse]. Dieser im letzten Jahr aufgenommene Schwung wird sich wohl 2011 und in den Folgejahren noch signifikant verstärken. Je mehr die Menschen eBooks lesen, desto mehr werden sie die Vorteile dieses neuen Formats bzw. dieser neuen Form des Lesens erkennen. Vor allem für Text- und Taschenbücher aber auch für alle Arten des sozialen Lesens, ein neuer Begriff, der im Jahr 2011 seine erste Definition erfahren und einer der großen Trends werden wird. 

Das soziale Lesen ermöglich den Lesern, sich jederzeit aus ihrer Lesetätigkeit heraus mit Freunden bzw. anderen Lesern über Facebook, Twitter etc. auszutauschen. Da fallen einem sofort Anwendungsgebiete wie Reise- und Restaurantführer ein, die geradezu nach einem Austausch mit anderen schreien bzw. wo über real-time Updates die letzten Bewertungen in das gerade gelesene Buch einfließen können. Ähnlich wie freiwillig arbeitende Menschen aus Wikipedia die weltweit größte Enzyklopädie mit einer unglaublichen Wissensbreite und Aktualität gemacht und damit die Experten der Britannica im letzten Jahrzehnt abgelöst haben können die Menschen in Facebook, Twitter, Yelp und Foursquare bessere Führer machen. Mittels Apps mobiles Publizieren und Bewerten bereits heute praktiziert aber es fehlen weitgehend noch geeignete eBook-Formate, um daraus les- und nutzbare Werke zu machen. 

Es wird schon aus der Erklärung klar, dass damit die Geschlossenheit, relative Statik und Linearität des gedruckten Buchformates einem offenen, dynamischen und kontextuellen Format weichen wird. In vielen Fällen zeigt sich die Überlegenheit des eBooks bereits heute. Vor allem aus der USA kommen die Berichte der ersten Verlage über die Erfolge der eBooks im Bereich der Text- und Fachbücher [siehe beispielsweise O'Reilly Verlag]. Wir brauchen keine Kristallkugel, um zu erkennen, dass uns das Jahr 2011 neue Anwendungen rund um das eBook und das Soziale Lesen bringen wird. Bisher verstehen wir diese Möglichkeiten erst im Ansatz, erst im Gehen kommen die Ideen und mit den vielen Millionen mobilen eBook Lesegeräte, die 2010 verkauft wurden werden wir 2011 ein gutes Stück weiterkommen auf der Erfahrungskurve. 

Es gibt allseits aller Diskussion um Print oder Elektronik auch einen handfesten ökologischen Zwang zur Ablöse der gedruckten Bücher durch eBooks: die ansteigende Bevölkerung. National Geographic berichtet, dass 2011 knapp 7 Milliarden Menschen die Erde bevölkern werden und diese Zahl bis 2045 auf 9 Milliarden steigt. Diese Anzahl von Menschen erfordert einen neuen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Sollten wir es ernst nehmen mit der Wissensgesellschaft, dann werden alle Bäume und Energiereserven dieses Planeten nicht ausreichen, um das Wissen in gedruckter Form zu verteilen bzw. zu entwickeln. Holz, Wasser und Energie sind knappe Rohstoffe, die wir dort, wo es möglich ist, durch ökologisch nachhaltigere Alternativen ersetzen sollten. eBooks stellen eine derartige Alternative für die "neue" Wissensgesellschaft dar. 

Posted via email from Notizen aus der MedienFabrik

Freitag, 12. November 2010

ePub Bücher am Kindle lesen

eBooks haben viele tolle Funktionen und Möglichkeiten im Vergleich zu ihrem Bruder aus totem Holz. Das Lästige an den eBook ist aber, dass es mehrere Formate und viele eBook Reader gibt. Nicht immer sind die Formate kompatibel und die verschiedenen eBook Reader interpretieren die Steuerungsanweisungen in den Buchdateien unterschiedlich. In der guten alten Welt des Papiers war das einfacher.

Grundsätzlich basieren die meisten eBook Formate auf der Hypertext Markup Language (HMTL bzw. xHTML). Das "x" vor dem HTML bedeutet, dass sich das HMTL an die Spezifikationen der Extensible Makup Language (XML) halten. XML ist die Grundlage der modernen Publikation, weil sie eine Normierung der Meta-Daten darstellt. Es sind genau diese Meta-Daten, aus denen u.a. die eBook Reader ihre Instruktionen beziehen. Moderne Textverarbeitungs- und Publikationssysteme wie MS Word oder Adobe InDesign basieren (mehr oder weniger) ebenso auf XML wie das ePUB-Format. ePUB ist ein offener Standard für eBooks, der u.a. auch von Sony, Apple und anderen Herstellern und Anbietern von eBooks bzw. eBook Readern genutzt wird. Auch die meisten gemeinfreien Bücher basieren auf XML und ePub. So setzt das Projekt Gutenberg ebenso auf XML und ePUB wie Google Books.

Neben dem offenen ePUB-Format steht eigentlich nur das hauseigene, proprietäre Kindle-Format [.mobi, .azw] von Amazon. Zwar basiert auch das Kindle-Format auf (x)HTML, kann aber trotzdem ein eBook im ePUB-Format nicht direkt lesen. Zu diesem Zweck muss das ePUB-Format nochmals in das Kindle-Format konvertiert werden. Das ist grundsätzlich eine sehr einfache Übung, da das ePUB-Format sehr sauber ist - vor allem, wenn eine mittels epubcheck validierte Datei konvertiert wird. Die Konvertierung kann z.B. sehr einfach über die eBook Management Anwendung CALIBRE durchgeführt werden. Aber auch die Digital Text Platform [DTP] von Amazon konvertiert ePUB Bücher in Richtung Kindle-Format. Letzteres ist auch für Autoren interessant, die ihre Bücher im ePUB-Format entwickelt haben [also z.B. mit Apple iPage oder Adobe InDesign].

So gut, so einfach, so schön. Leider steht in der Praxis aber oft der DRM-Kopierschutz der ePUB-Bücher einer Konvertierung entgegen. DRM-ePUBs sind nicht [so einfach] konvertierbar. Ohne DRM sollte aber auch dem (x)HTML-ungeschulten Leser mittels CALIBRE eine Konvertierung von ePUB in Richtung Kindle gelingen.

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Montag, 25. Oktober 2010

Mit Amazon Kindle zum gratis eBook

eBooks von Kindle können demnächst verliehen werden. Zumindest einmal und das für genau 14 Tage. Die Mitteilung kam am 22. Oktober morgens [US Westküstenzeit] und binnen weniger Minuten war damit in der Kindle Community eine lebhafte Diskussion angeregt worden. Der Tenor der Diskussion: eBooks sind noch immer zu teuer, sollten mindestens so günstig sein wie digitale Musiktitel [also gratis oder zumindest unter einem Euro oder Dollar] und das wird durch die, als lächerlich empfundene, Verleihmöglichkeit [einmal für maximal 14 Tage] auch nicht besser. Johannes Haupt hat in Lesen.net darüber auch mit einem eher negativen Sentiment berichtet und vergleichbare alternative Ansätze digitaler Bibliotheken wie onleihe.net dargestellt.

 

Dabei kommt nur eines klar hervor: die Kindle Plattform und ihre Möglichkeiten werden von den wenigsten Leuten verstanden. Das hat bei uns hier in Europa wohl viel damit zu tun, dass sie noch als exotisch gilt. Daher hier ein paar klärende Fakten zur Kindle-Plattform und der Möglichkeit, damit Bibliothken und Buchclubs zu errichten und Kindle eBooks praktisch unentgeltlich zu tauschen. Es ist möglich:

 

  • mehrere Kindle eBook Reader oder Kindle Apps unter einem Amazon Account zu registrieren,
  • damit einmal gekaufte Bücher praktisch beliebig oft [mindestens jedoch 6 mal] zu kopieren und über die registrierten eBook Reader [Apps] zu verteilen und somit
  • innerhalb geschlossener Benutzergruppen [Buchclubs] unter einem Amazon Account eBooks frei auszutauschen

Das Amazon Kindle System mit dem globalen Whispernet [wofür wir hier in Europa einen Roamingzuschlag von € 2 bezahlen] ist derzeit mit Sicherheit die leistungsfähigste Distributionsplattform für eBooks und bietet interessante Ansätze für Buchclubs oder andere Verleihansätze. Der Haken an der Sache: es gibt derzeit keine nennenswerte Anzahl deutschsprachiger Titel auf Amazon Kindle und dieser Artikel wird das Wachstum wohl eher auch nicht beschleunigen.

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Sonntag, 24. Oktober 2010

Untitled

Als das iPad und mit ihm das neue Format des TabletPCs im ersten Quartal 2010 das Licht des Marktes erblickte wurden Apple und Steven Jobs als die Retter der Medienindustrie gefeiert. Das iPad wurde in Anspielung auf die Bibel als „Jesus Book“ und Steven als Messias auf dem Titelblatt des Time Magazins gefeiert. Tatsächlich setzte bereits vor Erscheinen ein Hype in der Verlagsbranche ein und es schien die ersten Monate nach Markteinführung als würde der iPad die Antwort auf die sinkenden Verkaufsziffern im Printbereich sein. Sogar im eher innovationsresistenten deutschsprachigen Raum sprangen so gut wie alle großen und viele kleine Verlage auf den iPad-Zug auf. Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen und daher muss die Frage gestellt werden, wo wir wirklich stehen.

 

Eine erste Antwort darauf gibt uns eine Studie von Advertising Age, die vor wenigen Tagen erschien und eine interessante Besprechung auf Mashable erfuhr. Das Resümee vorweg: der iPad ist in Abhängigkeit des Genres tatsächlich ein attraktive Lese- und Verkaufkanal aber keinesfalls ein Allheilmittel für die angeschlagene Magazinbranche. Hier sind noch mehr Überlegungen und eine grundsätzliche Überholung des Branchen- und Geschäftsmodells erforderlich. Crossmedial ist nicht gleichbedeutend mit iPad und Apps.

 

Im Detail legt Advertising Age u.a. die Entwicklung der umjubelten iPad-Version von WIRED dar [wir haben ausführlich über dieses App berichtet]. Die erste Ausgabe von WIRED im Mai 2010 verkaufte sich insgesamt rund 105.000 mal, was im Vergleich zur Printauflage von knapp 82.000 Stück ein sehr beachtliches Ergebnis ist [siehe Bericht]. Aber – und wir haben das prognostiziert – die erste Ausgabe kann nicht als Maßstab für eine Erfolgsvermessung genommen werden. Tatsächlich wurden von den Folgeausgaben im Schnitt nur rund 30.000 Kopien über das iPad verkauft. Das entspricht in etwa 37% der im Printformat verkauften Auflage. Das klingt noch immer beeindruckend aber dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den [potenziellen] Lesern des digitalen Lifestylemagazins WIRED eben um ein sehr digital-affines Publikum handelt. Wie aber sieht es bei Magazinartikeln mit weniger direkten Bezug zu neuen Computer- und Digitalformaten aus?

 

Das renommierte Magazin Popular Science verkauft nach Angabe von Ad Age im Schnitt knapp 12% [absolut: 14.034 Kopien] der verkauften Printauflage über die iPad App. Und auch bei diesem Magazin gibt es eine noch relativ hohe Technikaffinität des anvisierten Lesepublikums. Im Bereich der Lifestylemagazine sieht es bei weitem nicht so gut aus. Bei den führenden Lifestylemagazinen Glamour [absolut: 4.099 Kopien pro Monat] und Men’s Health [absolut: 3.174 Kopien pro Monat] bringt es die iPad-Auflage gerade auf 1% der Printauflage – bei GQ [absolut: 13.310 pro Monat inklusive iPhone] auf immerhin noch 7% und bei Vanity Fair [absolut: 10.800 pro Woche] auf rund 2%. WIRED ist also nicht der allgemeine Massstab.

 

Diese Ziffern sind durchaus beeindruckend, wenn man berücksichtigt, dass das iPad erst ein halbes Jahr am Markt ist. Es zeigt sich aber auch, dass eine singuläre iPad/iPhone-Strategie im ePaper- und Online-Bereich für die Verlage nicht ausreichen wird. Im Gegenteil kann hier eine Strategie- und Karrierefalle gesehen werden. Wer als Verlagsverantwortlicher nur auf iPad bzw. Apple setzt, der läuft Gefahr, mit einem Prestigeprojekt [Apple ist ein guter Name] mit hohen Kosten einen Großteil des Marktes auszuschließen. Angesichts des nach wie vor anhaltenden Erfolges der Kindle-Plattform von Amazon [wir haben darüber berichtet] müssen sich die Verlage zwingend die Frage stellen ob es nicht sinnvoller wäre, nicht auch oder vor allem auf die Kindle Apps und andere Träger Apps zu setzen. Dann würde man so gut wie alle Computer- und Smartphone-Besitzer erreichen können und würde mit wesentlich geringeren finanziellen Aufwendungen auskommen. Das iPad ist sexy, ja! Das iPad ist ein tolles ePaper-Leserformat, ja! Aber es muss nicht unbedingt ein eigenes App sein!

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iPadAdAge_Studie.doc (27 KB)

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Samstag, 23. Oktober 2010

Endlich: Periodicals für Kindle Apps [Perspektive für Verlage]

Es war wirklich hoch an der Zeit und gestern wurde es im Amazon Kindle Forum endlich angekündigt: die Möglichkeit, dass die Nutzer der Kindle Apps auf iPad, iPhone, PC etc endlich auch Magazine und Zeitungen abonnieren können. Diese Funktionalität war bisher ausschließlich den Kindle eBook Readern vorbehalten – und die sind bei allen Vorteilen im Bereich der Text- und Sachbuch im bunten Magazinbereich nicht optimal.

 

Es wird also auch für die Nutzer der Kindle Apps auf iPad & Co bald möglich, Magazine und Zeitungen in Farbe zu lesen. Damit eröffnet sich für die Kindle Apps-Plattform von Amazon die Möglichkeit, hinsichtlich Distribution und Leserpotenzial tatsächlich ein Trägersystem für die Verlage zu werden. Eine Vereinheitlichung der Formate und Apps wäre auch für den Leser und Nutzer ein großer Fortschritt. Die von den einzelnen Verlagen angebotenen Apps unterscheiden sich von Qualität und Aufbau dermaßen, dass man kein durchgängiges Leseverhalten lernen kann. Je höher der Anspruch an die Bedienung des Apps desto geringer das Lesevergnügen. Papier blättert man um, ePaper braucht Technologie und die muss benutzerfreundlich sein. Leider vergessen das viele Verlage bei der Entwicklung ihrer Apps. Resultat: hohe Kosten und geringer Lese[r]nutzen.

 

Die Kindle App wird irgendwann ab Anfang 2011 auch über Multimedia-Features wie Video-Integration verfügen. Diesbezüglich fährt Amazon jetzt bereits ein vielversprechendes Beta-Programm. Mit Farbe und Multimedia-Feature gibt es absolut keinen Grund mehr für Verlage und Leser, die Kindle Apps nicht zu nutzen. Der wirkliche Vorteil dieser Apps-Familie ist, dass sie auf so gut wie allen Plattformen vorhanden und damit Hersteller- und Plattformunabhängig ist. Etwas, das man Apple leider nicht vorwerfen kann. Es stellt sich für die Verlage nur noch die Frage, was das Alleinstellungsmerkmal bzw. der Kaufanreiz für ihre Magazine und Zeitungen ist: bunte Optik, exotische Funktionalität oder Inhalt und Distributionsmöglichkeiten? Sollte letzteres der Fall sein, dann ist den Verlagen anzuraten, ihre Apps-Strategie im Sinne von Kosteneffizienz, Verbreitungsmöglichkeiten und Lesefreundlichkeit zu überdenken.

 

Verlage: Kindle ist eine strategische Alternative zum eigenen App!

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Montag, 4. Oktober 2010

Wussten wir: iPad Benutzer sind jünger aber Kindle Benutzer wohlhabender und schlauer

Das führende Marktforschungsunternehmen Nielsen hat eine neue Studie zum Thema "mobile computing ", "tablet computing" bzw. "eReader"herausgebracht. Ist ja klar: letztlich wurden hunderte Millionen von Smartphones und mittlerweile auch schon viele Millionen iPads und Kindles verkauft. Da interessiert die werbetreibende Wirtschaft natürlich, wer die Benutzer der einzelnen Geräterypen sind und wie deren Profil aussieht. Was bei dieser Studie herausgekommen ist, scheint eigentlich logisch zu sein. Jeder halbwegs an der Technik und Gadgets interessierte Beobachter sieht, was Nielsen durch die Befragung von 5.000 Menschen mit viel Aufwand herausgefunden hat ;). Also hier ein paar Ergebnisse in der Gegenüberstellung zum Kindle:

  • iPad-Benutzer sind vorwiegend männlich (65%) und 63% von ihnen sind unter 35 Jahre alt. Angeblich verdienen 39% der iPad-Benutzer über US-$ 80.000 im Jahr und sie sind empfänglich für Werbung;
  • Kindle Benutzer sind vorwiegend weiblich (52%) und 44% der Kindle-Benutzer verdienen mehr als US-$ 80.000 im Jahr [also deutlich mehr als die iPad-Benutzer]. Sie sind im Regelfall auch gut ausgebildet: 27% davon verfügen über einen Universitätsabschluss. 

Wieder einmal fühlen wir uns von einem renommierten Marktforschungsunternehmen in Annahmen bestätigt, die wir bereits vor langer Zeit getroffen haben [ein wenig Eitelkeit darf sein]. Wir haben in unserem Testbericht "iPad versus Kindle" aus dem Frühsommer 2010 hinsichtlich des Lifestyle-Faktors ebenfalls das iPad als das coolere aber den Kindle als das intellektuellere Werkzeug empfunden [hier der Bericht]. Und was tragen Sie heute?

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Samstag, 2. Oktober 2010

Kindle Plugin für Adobe InDesign

Es ist endlich da - zumindest in der Beta-Version: das Amazon Kindle Plugin für InDesign. Damit hat Amazon einen wichtigen Schritt gesetzt und die wohl wichtigste Publishing Software in seine Publikationsplattform integriert. Seit wenigen Tagen kann man sich das Plugin von der Amazonseite herunterladen. Dieses Plugin wird das Leben vieler Verlage etwas erleichtern, zumindest was die eBook-Publikation betrifft. Aber vor allem wird es der Kindle Plattform einen wichtigen Wachstumsschub geben. Bisher konnten InDesign Dokumente nur als EPUB-Format [wird z.B. von Apple iBook oder Sony verwendet] exportiert werden.

Wir haben das Plugin natürlich sofort getestet und können berichten, dass es für einfache Bücher [also für Bücher mit viel Text und wenig Grafik] hervorragend funktioniert. Für Bücher die ausschließlich als eBook produziert werden sollen ist InDesign nach wie vor ein overkill und daher entbehrlich. Aber für Bücher die gedruckt und elektronisch erscheinen sollen ist InDesign wieder interessant. Vor allem, da jetzt die beiden hauptsächlichen eBook-Formate Kindle und EPUB verfügbar sind.

Eine signifikante Inkompatibilität besteht allerdings noch: die führende eBook-Distributionsplattform Smashwords - die auch in Europa an Bedeutung gewinnen wird - basiert auf Microsoft Word. Zwar können die InDesign Dokumente auch in das Microsoft Word exportiert werden aber der Nachbearbeitungsaufwand ist doch beträchtlich. Aber auch hier werden wir in den nächsten Monaten ganz sicher noch neue Lösungsansätze sehen.

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Montag, 27. September 2010

eBooks: Amazon dominiert den [englischsprachigen] Markt

Ein knappes halbes Jahr nach der Einführung des Apple iPads und des Apple iBookstores wäre es natürlich interessant zu wissen, wie sich die Marktanteile am heiß umkämpften und stark wachsenden eBook-Markt darstellen. Diesbezüglich konnte der Bestseller-Autor und Eigenverleger J.A. Konrath beeindruckende Ziffern vorlegen.

Konrath hat nach eigenen Angaben bis 22. September 2010 exakt 103.864 eBooks über alle möglichen und verfügbaren Kanäle verkauft und zieht auf seinem Blog sein detailliertes Resümee. Danach hat er knapp 78.412 eBooks über Amazon Kindle verkauft, was mehr als 75% aller seiner verkauften Bücher darstellt. Im direkten Vergleich dazu hat er von Mai 2010 weg nur 390 eBooks über Apples iBookstore verkauft was wiederum eine vernachlässigbare Größe ist.

Was wir aus dem Resümee herauslesen ist neben der relativen Enttäuschung über die Performance des iBookstores auch die Zufriedenheit mit dem Newcomer Smashwords. Wir haben schon mehrfach über dieses wirklich vielversprechende StartUp geschrieben [siehe diesen Beitrag]. Dieses entwickelt sich für die Autoren und Verlage immer mehr zur Anlaufstelle für den plattformübergreifenden eBook-Verkauf. Smashwords verteilt die elektronischen Bücher an so gut wie alle Verkaufskanäle einschließlich iBookstore. In Bälde soll dann auch noch Amazon Kindle Partner von Smashwords werden. In letzter Konsequenz - so unsere Vorhersage - werden wir wohl nur mehr wenige eBook-Distributoren á la Smashwords brauchen. Das macht das Leben für Autoren und Verlage wie auch für uns als Medienproduzent wesentlich einfacher. Wir schätzen an Smashwords auch die große Benutzerfreundlichkeit sowie die Provisionsgestaltung.

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Samstag, 18. September 2010

eReader, Amazon Kindle und iPad sind Höhepunkte im Weihnachtsgeschäft

Dieses Weihnachtsgeschäft wird für die traditionelle Computerindustrie wohl eine Zäsur darstellen. Ausgelöst durch den Boom der Smartphones, iPhones und iPads wird sich der größte amerikanische Computerhandelskette Best Buy in seinen 1093 Geschäften und Schauräumen in erster Linie auf die neuen mobilen Computer setzen und die traditionellen Desktops und Notebooks etwas hintenanstellen [Wir haben bereits über die Verdrängung der Notebooks durch das iPad berichtet]. Das börsenotierte Best Buy wird in Zukunft die neuen mobilen Mediennutzungsgeräte in das Zentrum seiner Geschäftsstrategie stellen. Im Zentrum des Weihnachtsgeschäftes 2010 wird bei Best Buy neben dem iPad auch Amazons Kindle eReader stehen, was auch den Markt für eBooks entsprechende Wachstumsschübe verleihen wird. 

Auch Staples, der größte amerikanische Einzelhändler im Bereich Bürobedarf, stellt seine Strategie auf iPad und Co ab. Die Leute von Staples sehen im iPad den mobilen Computer für die kleinen und mittleren Unternehmen und wollen [können] an diesem Geschäft nicht vorbei gehen. Der iPad beginnt sich eben auch seinen Weg in den Büroalltag zu bannen [wir haben über die Gründe bereits berichtet]. Das geht zumindest aus einem Bericht des Wall Street Journals hervor. 

Es wird langsam etwas langweilig über die ewig gleichen Erfolgsgeschichten des iPads zu berichten. Wann nehmen sich denn die anderen Hersteller denn einmal ein Herz und bringen eine berichtenswerte Innovation im Bereich der mobilen Mediennutzung?

 

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Mittwoch, 1. September 2010

Crossmedia Publishing: neue ePaper Tools beschleunigen den Markt

Die Entwicklungsphasen eines Markt(segment)es werden im wesentlichen vom Stand der Produktionstechnologie geprägt. Erst am Übergang von der "Manufaktur" zur "industriellen Fertigung" beginnt ein Markt hinsichtlich des Volumen zu wachsen und zu reifen. Betrachten wir die Produktionstechnologie im Marktsegment eBook, dann befinden wir uns Mitte 2010 am Phasenübergang von Einführung zu Wachstum. Der Gesamtmarkt Buch hingegen befindet sich damit an einem Bifurkationspunkt mit dem für bestehende Anbieter risikoreichen Übersprung zur nächsten Sinuskurve mit grundlegend neuer Technologie gepaart mit neuem Verbraucherverhalten.

 

In Verlags- und Medienindustrie zählen die Autoren- und Publikationssysteme zu den wichtigsten Produktionsmitteln. Publikationssysteme sollen Autoren wie Verlage bei der Formatierung der Dokumente für die verschiedenen Produktions- und Leseformate unterstützen. Diesbezüglich ist mit den neuen ePaper-Formaten (EPUB, Kindle, PDF etc) in den letzten Jahren eine neue Komplexität bzw. Aufgabenstellung entstanden, die sich innerhalb bestehender Produktionssysteme nicht mehr abbilden ließ. Vor allem seit dem Durchbruch des eBooks mit dem Amazon Kindle im Jahr 2009 und dem eMagazin mit dem iPad Anfang 2010 wurden Autoren, Verlage und Medienhäuser mit den Limitationen ihrer Publikationssysteme konfrontiert. Print und ePaper sind eben sehr verschiedene Welten. Gedruckte statische Inhalte hier und vernetzt-dynamische Fließtexte und multimediale Inhalte dort.

 

Bis vor kurzem mussten sich die Autoren und Verleger mit teilweise rudimentären Werkzeugen für die neuen epaper-Formate wie EPUB und Kindle aushelfen. Zwar verstehen die meisten eBook Reader auch PDF aber nur unter Inkaufnahme von Funktionsbeeinträchtigungen. Manche Command Line Tools (z.B. Amazon KindleGen) und Editoren verlangtem dem Autor bzw. Verlagsmitarbeiter erhebliche technische Vorkenntnisse ab. HTML und XML waren fast eine conditio sine qua non. Als wohltuende Ausnahme in diesem Tool-Dschungel ist hier Calibre zu nennen. Dieses StartUp bietet die ein umfassendes eBook Management System an, das die Konvertierung und Verwaltung multipler Formate ermöglicht. Wir haben daher bisher im Bereich der eBook-Konvertierung auf Calibre gesetzt.

 

Parallel zum Siegeszug der iPads und Kindles haben sich in den letzten Monaten auch die großen Hersteller von Publikations- und Autorensystme bemüht, die neuen Formate in ihrem Funktionsumfang abzubilden. Teilweise in enger Zusammenarbeit mit Verlagshäusern wurden Tools für ePaper-Formatierung und crossmedie Publishing entwickelt. Allen voran der Platzhirsch Adobe, der auch Geburtshelfer des vielbeachteten Launches der iPad-Version der digitalen Lifestyle Zeitschrift WIRED war und dafür Erweiterungen für InDesign entwickelt hat. So bietet mittlerweile Adobe's InDesign CS5 eine saubere EPUB Exportfunktion an und soll demnächst mit einem eigenen Reader kommen.

 

Ende August hat Apple sein iWork um eine EPUB-Exportfunktion erweitert (Link zdnet.de). Autoren können nun aus iWork heraus ihre eBooks im offenen EPUB erzeugen. Apple will damit natürlich seiner iBook-Plattform Gutes tun und Autoren dafür gewinnen. Leider konnten sich weder Adobe noch Apple, wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen, mit dem Kindle-Format anfreunden. Leider ist der Kindle in unseren deutschsprachig geprägten Breitengraden zu unrecht ein Stiefkind. Sowohl der Kindle Ebook Reader (derzeit schon 3. Generation) als auch die Kindle App für iPad von erstklassiger Qualität. Doch ohne deutsche Bücher und Inhalte tut sich sogar ein Buchgigant wie Amazon schwer. Deshalb ist es schade, dass noch keine der führenden Autoren- und Publikationssysteme über eine Kindle Exportfunktion verfügt.

 

Wer sein eBook in allen wichtigen Formaten inklusive Kinde verlegen und distribuieren will, der kann dies über Smashwords machen (siehe auch unseren Beitrag zu diesen interessanten StartUp). Das ist zumindest für Autoren um Eigen- bzw. Selbstverlag eine sehr attraktive Variante. Für große Verlage hingegen ist Smashwords eher weniger geeignet.

 

Die Klammer zwischen den Blogs und eBooks schließt Anthologize [siehe auch unseren Bericht]. Das ist ein Plugin für Wordpress, das es ermöglicht, aus den Blogbeiträgen eBooks in verschiedenen Formaten zu machen. Derzeit bietet Anthologize die Formate EPUB und PDF an. Mehr Formate sind aber schon in Aussicht gestellt.

 

Es ist wohl alleine auf Grund dieser kurzen Übersicht über die gängigen Tools und ihre Entwicklung ersichtlich, dass der crossmediale Verlagszug unter besonderer Beschleunigung der ePaper-Formate fährt. Die einzelnen Tools werden wir in den nächsten Tagen hier in unserem Blog ausführlicher darstellen.

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Freitag, 23. Juli 2010

Amazon enttäuscht trotz guter Zahlen die Börse

Seattle (dpa) - Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat trotz eines starken zweiten Quartals die Börse enttäuscht. Wegen kräftig steigender Ausgaben unter anderem für Marketing und Versandkosten brach die Aktie am Donnerstag nachbörslich um 15 Prozent ein. Diesen Artikel weiter lesen

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Dabei sahen die Zahlen auf den ersten Blick sehr gut aus: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro). Der Gewinn legte um 46 Prozent auf unterm Strich 207 Millionen Dollar zu.

Ralf Kleber, Chef von Amazon Deutschland, äußerte sich zufrieden mit dem zweiten Quartal. «Wir haben sehr gut im Mittelfeld unserer eigenen Erwartungen abgeschnitten», sagte er. Was an der Börse passiere, hänge oft von den eigenen Modellen der Analysten ab. Nachdem das Schlimmste in der Wirtschaftskrise überstanden zu sein scheine, sitzt das Geld der Kunden wieder lockerer.

Für Marketing, neue Lagerhäuser und eine Reihe neuer Produkte gab der Online-Einzelhändler rund 196 Millionen Dollar aus. In Deutschland will das Unternehmen für das Weihnachtsgeschäft in Frankfurt und Leipzig je 3000 Mitarbeiter einstellen.

Bei seinem Verkaufsschlager, dem elektronischen Lesegerät «Kindle», will sich Amazon mit deutlichen Preisnachlässen gegen die wachsende Konkurrenz behaupten. In den USA ist der Preis für das Gerät inzwischen von 250 auf 189 Dollar gefallen. Den modernisierten größeren Bruder «Kindle DX» gibt es für 379 statt 489 Dollar plus Steuern. Die Kunden griffen zu: In der ersten Jahreshälfte 2010 hat Amazon mehr als dreimal so viele Geräte verkauft wie ein Jahr zuvor.

In den USA liefert Amazon mittlerweile fast doppelt so viele E- Books aus wie gebundene Bücher - Gratisangebote nicht mal mit eingerechnet. Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos versuchte, die Börsianer davon zu überzeugen, dass seine Strategie richtig ist: «Wir sehen ein rasantes Wachstum beim "Kindle".»

Abseits des «Kindle» brummte vor allem das Geschäft mit Elektronikartikeln. Mittlerweile setzt Amazon mit Digitalkameras oder Staubsaugern mehr um als mit Büchern, CDs und DVDs. Der wichtigste Markt ist immer noch Nordamerika, doch der Rest der Welt holt auf.

Seit kurzem vertreibt Amazon in Deutschland auch Lebensmittel. Inzwischen seien rund 50 000 verschiedene Artikel im Angebot, sagte Kleber. Zu den Produkten zählten auch Bio-Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis oder Datteln.

Am Vortag hatte bereits der rivalisierende Online-Marktplatz Ebay gute Geschäfte und steigende Nutzerzahlen vermeldet. Zwischen beiden tobt ein Kampf um die Kunden. Amazon wuchs zuletzt deutlich schneller.

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