Freitag, 7. Januar 2011

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Wie sich Zeiten und Gewohnheiten verändern sieht man am Besten an den Medien, die einem umgeben. Waren es vor nicht einmal zwei Jahrzehnten ausschließlich gedruckte Zeitungen bzw. Magazine und professionelle Redakteure bzw. Journalisten, von denen wir Informationen und Meinungen erfuhren, so sind die Quellen heute immer mehr die Freunde und Bekannte aus dem Facebook-, Twitter- und Email-Netzwerk. Es ist die Welt des Sozialen Webs und niemand sollte das besser Wissen als Facebook, das wesentlich zum Sozialen Web beitragen haben. Das Geschäftsmodell von Facebook basiert nachgeradezu auf Person-to-Person Communication und intermediert damit das traditionelle Medienmodell wo die Verleger als Informations- und Meinungsvermittler aufgetreten sind.

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, und seine Managementkollegen sollten also wissen, dass die persönliche Glaubwürdigkeit und die Transparenz von Handlungen und Kommunikation oberstes Gebot in dieser neuen Welt sind. Und dann passiert ihnen diese verflixte Goldman Sachs Transaktion. Klar, es ist schon eine tolle Leistung für einen Unternehmer, wenn er es schafft, ein Unternehmen binnen weniger als 5 Jahre von Null auf einen Wert von rund US-$ 50 Milliarden zu entwickeln. Das war jener Wert zu dem Goldman Sachs vor wenigen Tagen eine Kapitalerhöhung von Facebook gezeichnet hat. Zunächst war verhaltener verbaler Applaus aus den Medien zu hören aber seit ein paar Stunden hat sich der Wind einigermaßen gedreht und bläst Facebook wie Mark Zuckerberg ins Gesicht. Von der Huffington Post über TechCrunch bis hin zu Open Intelligence wurde eine hitzige und sehr kritische Debatte über das Verhalten von Facebook und Goldman Sachs. Was ist passiert?

Nun, da ist zunächst einmal der Umstand, dass das „gute“ Facebook sich an die „schlechte“ Goldman Sachs verkauft hat. Das war jene Bank, die heute noch mit der letzten, noch nicht wirklich überwundenen, Finanz- und Wirtschaftskrise verbunden wird. Goldman Sachs soll vorsätzlich und im Wissen um den potenziellen Schaden über Special Purpose Vehicles (SPVs) forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities) geschaffen und verkauft haben. Das Problem war, dass die mit zumeist faulen Hypothekarkrediten besicherten Wertpapiere letztlich nichts wert waren, Milliardenschaden, Bankeninsolvenzen und Rezession verursacht haben als sie 2008 platzten. Wie weit Goldman tatsächlich in irgendwelchen Machenschaften verwickelt war, das werden wir nie erfahren, weil sich Goldmann erst im Sommer 2010 mit hunderten Millionen US-Dollars von einer Anklage wegen Betrugs freigekauft hat. Im Zweifel für den Angeklagten sagt man, also tragen wir das den Goldmännern nicht länger nach.

Jetzt bauen dieselben Goldmänner rund um Facebook eine sehr fragwürdige Investitions- und Finanzierungskonstruktion. Mit Hilfe eines Special Purpose Vehicles (SPVs) haben sie die von ihnen in Facebook geführten Investoren in einer Gesellschaft zusammengefasst und versucht, daraus einen einzelnen Investor zu machen. Zumindest hat das nach den ersten Pressemeldungen so ausgesehen. Damit sollte vielleicht vermieden werden, so die Spekulationen, dass Facebook zu viele Investoren hat. Es gibt nämlich eine Vorschrift der US-amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde SEC, dass jedes Unternehmen, das mehr als 500 Investoren hat seine Finanzen offenlegen muss. Kaum hatten die ersten Kritiker in der Goldman Sachs Konstruktion eine Umgehung der geltenden börsenrechtlichen Vorschriften gewittert, beeilte sich Facebook mitzuteilen, dass man jedenfalls innerhalb der gesetzlichen Frist die Finanzen offenlegen und natürlich die SEC-Regeln beachten werde. Das war leider eine ex-post-Meldung hatte sofort den Geruch einer nicht ehrlich gemeinten Schadensbegrenzung.

Die diversen Analysten in der Blogosphäre hatten auch rasch vermutet, dass mit dieser SPV-Konstruktion Goldman Sachs und deren Kunden das große Geld mit einem Börsengang machen sollten. Da Facebook noch keine Finanzdaten veröffentlicht hatte weiß die breite Öffentlichkeit nichts über mögliche Bewertungen der Aktien in der Zukunft. Sollten die Gerüchte stimmen, dass Facebook 2012 einen Gewinn von bis zu US-$ 2 Milliarden erzielen könnte, dann würde die Aktie wohl die gegenwärtige Bewertung von US-$ 50 Milliarden mehrfach übertreffen und in den Himmel gehen. Das würde den gegenwärtigen Aktionären [zu denen auch Goldman Sachs und seine Kunden gehören] großartige Gewinne bescheren. Der gesamte Ablauf in der Finanzierung des zur Zeit wohl interessantesten Unternehmens war wohl an Intransparenz und Misskommunikation nicht mehr zu überbieten.

Einzelne Kommentare erinnerten an Google, das 2004 in einem völlig transparenten Prozess seine Aktien im Rahmen einer offenen Auktion an die Aktionäre verkaufte. Google war damals der bis dahin größte Börsengang eines Webunternehmens also das was Facebook möglicherweise heute ist. Genau betrachtet gab es aber auch rund um den damals viel beachteten IPO von Google viel Kritik aber diese wurde offensichtlich vergessen.

Was aber angesichts der aktuellen Transaktion jedenfalls gezeigt wird ist, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise und vielmehr die Vertrauenskrise rund um die Banken noch länger nicht verdaut sein wird. Goldman Sacks, wie der Wall Street Primus vereinzelt auch genannt wird, spürt dies nun eben in der aktuellen Diskussion. Diese demokratische Diskussion lässt sich auch nicht durch noch so viele Werbemillionen an Verleger beeinflussen oder steuern. Das wird eine neue Erfahrung für Goldman sein. Ansonsten halten wir's mit Shakespeare: much a do about nothing!

 

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Donnerstag, 6. Januar 2011

Verlagsmodelle: 10 Meter Bücher bitte! [Buchsteuer]

Diesen Beitrag der New York Times habe ich soeben auf dem iPad über das real-time Magazin Flipboard und meinen Twitter-Netzwerkkontakt Tim O'Reilly [Visionär, Verleger und Erfinder des Begriffs Web 2.0] gefunden und witzig gefunden. Das gedruckte Buch als Design-Element für Leute mit Geschmack. Das ist zwar nicht ganz neu aber irgendwie scheint es mir eine sehr attraktive Strategie für Verleger zu sein. Angeblich macht der berühmte, auf Gebrauchtbücher spezialisierte Strands in New York mit diesen Mengen- und Volumensbestellungen von Innenarchitekten und Designern bereits rund 5 Prozent seines Umsatzes.

Nun dann, wenn gedruckte Bücher schon Luxus sind, dann sollte die Politik doch über eine Luxussteuer [Buchsteuer] nachdenken und damit auch der unsinnigen Ressourcenverwendung für den Großteil der gedruckten Bücher entgegentreten. Wer Bücher unbedingt auf totem Holz gedruckt haben will, wird ja bereit sein, etwas mehr zu bezahlen. Ist nur so eine Idee!

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Montag, 3. Januar 2011

Warum der Magazinverkauf über den iPad nicht [gut] funktioniert!?

Wir haben gestern ein Chart über den Magazinverkauf über iPad Apps im Jahr 2010 gebracht. Einfach zum Nachdenken und ohne viel Kommentar dazu [siehe Bericht]. Heute haben wir ein wenig Recherche betrieben und uns die Meinung des Marktes über die eher enttäuschenden Daten geholt. Die Antwort in aller Kürze: es liegt an den Apps!

Das Wallstreet Journal brachte gestern einen ausführlichen Artikel zum Thema der elektronischen Magazinpublikationen bzw. eines digitalen Kiosks. Offensichtlich sind die individuellen iPad Apps nicht das Gelbe vom Ei und haben teilweise durch die Verleger [Entwickler] hausgemachte Probleme. So dürfte das Subscription/Abo-Modell in den einzelnen Apps bzw. in darin abgebildeten Prozessen überhaupt nicht oder nur schlecht funktionieren. Viele Apps sind tatsächlich technisch-multimediale Spielereien unter Vernachlässigung kaufmännischer Überlegungen. Das wiederum führt dazu, dass jede einzelne Ausgabe eines Magazins bei den meisten Apps einen separaten Kaufvorgang erfordert. Damit wird wiederum der Sinn eines Subscription/Abo-Modell ad absurdum geführt, da sich der Verleger nicht darauf verlassen kann, dass der Abonnent [also derjenige, welcher die App heruntergeladen hat] tatsächlich jede Ausgabe kauft. Jede Kaufentscheidung, ja jeder Klick zuviel birgt das Risiko, dass der Käufer - aus welchen Gründen auch immer - nicht kauft [nicht klickt]. Mit den Subscriptions/Abos will man nachgeradezu diese vielen Kaufentscheidungen verhindern und auf eine einzige verdichten - den Kauf des Abos.

Betrachtet man nun das dargebrachte Chart, dann scheint einem diese Argumentation nur logisch zu sein. Es gibt natürlich auch Ausnahmen wie den englischen Economist, der das iPad-Abo mit dem Print-Abo verknüpft und die iPad-Ausgabe jede Woche automatisch an das iPad zustellt [siehe interessante Apps Rezension von The Guardian]. Das Subscription/Abo-Modell wäre rein technisch gesehen einfach über den iTunes Store zu lösen aber darüber wiederum wollen die Verleger aus strategischen Überlegungen nicht verkaufen. Einerseits verlieren sie damit den direkten Bezug zu den Lesern [Abonnenten] und andererseits verlangt Apple eine Vermittlungsprovision von 30 Prozent. Sie würden in eine Abhängigkeit von Apple geraten, so ihre Befürchtungen. Die Musikindustrie hat die diesbezügliche Dominanz von Apple schon vor Jahren zu spüren bekommen wobei dort die Abo-Modelle nicht annähernd jene Bedeutung haben wie in der Medienbranche im Allgemeinen und im Magazinsegment im Besonderen.

Die enttäuschte Erwartungshaltung der Verleger bei Apple's iPad versucht sich nun Google zu Nutze zu machen. Nach der Errichtung des Google eBookstores soll es auch einen eNewsstand geben über den die Verleger ihre Magazine verkaufen können. Google soll dabei laut Wallstreet Journal den Verlegern geringere Provisionen abverlangen als Apple. Apple wiederum versucht, den iTunes Store besser an die Bedürfnisse der Verleger im Magazinbereich anzupassen, um zu verhindern, dass hier ein Exodus zu Google stattfindet. Spätestens mit dem iPad 2 will man seitens Apple diesbezüglich mit neuen Funktionen und einem neuen Angebot an die Konsumenten treten. Das erfordert bereits im Vorfeld eine Einigung mit den Verlegern und diese sind offensichtlich nach den enttäuschenden Ergebnissen nicht mehr ganz so euphorisch und Apple- bzw. iPad-minded.

Wir dürfen uns also auch im eMagazin-Segment auf ein spannendes 2011 freuen und hoffen im Sinne eines funktionierenden Marktes, dass Google es schafft, Apple etwas Mitbewerb entgegensetzen zu können. 

 

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Wir haben vor kurzem über die Spekulationsblase im Bereich der neuen Medienunternehmen wie Facebook, Twitter & Co geschrieben [siehe hier Bericht]. Konkreter Aufhänger des damaligen Berichtes war der Umstand, dass die Aktien des noch nicht an der Börse notierten Unternehmens Facebook am Sekundärmarkt mit einem Kurs gehandelt wurden, der das Unternehmen auf insgesamt US-$ 50 Milliarden bewertete. 

Vor wenigen Minuten haben wir über TechCrunch erfahren, dass Facebook bei der, über den Branchenprimus Goldman Sachs durchgeführten Finanzierungsrunde tatsächlich mit US-$ 50 Milliarden bewertet wurde. Damit steigt das "neue" Medienunternehmen Facebook in den Pantheon der WebUnternehmen auf, wie dies TechCrunch sehr schön formulierte. Damit Facebook mehr wert als Yahoo und eBay und nur mehr ein paar Milliarden weniger wert als Amazon. Das bemerkenswerte daran: mit einem geschätzten Umsatz 2010 von US-$ 2 Milliarden wäre das ein unglaubliches Umsatz-Multiple von 25. Zum Vergleich: DAS WebUnternehmen schlechthin - Google - hat ein Umsatz-Multiple von 9.

Es wird bereits spekuliert, dass Facebook das größte IPO hinlegen könnte, das die Technologie- und Medienbranche jemals gesehen hat. Das 1998 gegründete Google hatte bei seinem IPO im Jahr 2004 nur knapp die Hälfte der Bewertung von Facebook. Ich kann nur sagen: beeindruckend bis beängstigend.

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Sonntag, 2. Januar 2011

eBooks Save The World oder verändern sie zumindest

Nun gut, das war's! Das Jahr 2010 ist vorbei und damit wahrscheinlich jenes Jahr, in dem sich das elektronische Papier [ePaper] endgültig am bedruckten Ahnen vorbeigeschoben hat. Es ist kaum zu glauben, aber noch vor einem Jahr hat es weder einen iPad von Apple gegeben, noch ein eBookstore und natürlich auch keine Amazon Kindle App für den iPad. Jetzt gibt es das alles und noch viel mehr: Google hat gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel den Google eBookstore online gestellt [zumindest in den USA], die junge eBook Publikations- und Distributionsplattform Smashwords wächst und wächst und wächst und ... Ende 2010 hatten Autoren und Verlage mehr als 1,2 Milliarden Wörter über Smashwords publiziert.

Amazon hat uns wissen lassen, dass der Kindle 3 das erfolgreichste, von Amazon verkaufte Produkt aller Zeiten ist und diesbezüglich sogar Harry Potter überholt hat. Kurz vor Weihnachten musste Amazon sogar erklären, dass der Kindle 3 ausverkauft war. Aber auch auf dem iPad war die Kindle Plattform ein Renner: die Kindle App für den iPad nimmt Platz 9 der am meisten heruntergeladenen Apps ein [siehe Bericht von Business Insider].

Die mit dem iPad von Apple geschaffenen Tablet's bringen gemeinsam mit der neuen Generation an eBook Readern wie den Kindle 3 viele Millionen Leser an die eBooks heran. Es wird allgemein geschätzt, dass Apple bis Ende 2010 rund 7,5 Millionen iPads und Amazon rund 8 Millionen eBook Reader verkauft haben [siehe auch unsere kleine Wettbewerbsanalyse]. Dieser im letzten Jahr aufgenommene Schwung wird sich wohl 2011 und in den Folgejahren noch signifikant verstärken. Je mehr die Menschen eBooks lesen, desto mehr werden sie die Vorteile dieses neuen Formats bzw. dieser neuen Form des Lesens erkennen. Vor allem für Text- und Taschenbücher aber auch für alle Arten des sozialen Lesens, ein neuer Begriff, der im Jahr 2011 seine erste Definition erfahren und einer der großen Trends werden wird. 

Das soziale Lesen ermöglich den Lesern, sich jederzeit aus ihrer Lesetätigkeit heraus mit Freunden bzw. anderen Lesern über Facebook, Twitter etc. auszutauschen. Da fallen einem sofort Anwendungsgebiete wie Reise- und Restaurantführer ein, die geradezu nach einem Austausch mit anderen schreien bzw. wo über real-time Updates die letzten Bewertungen in das gerade gelesene Buch einfließen können. Ähnlich wie freiwillig arbeitende Menschen aus Wikipedia die weltweit größte Enzyklopädie mit einer unglaublichen Wissensbreite und Aktualität gemacht und damit die Experten der Britannica im letzten Jahrzehnt abgelöst haben können die Menschen in Facebook, Twitter, Yelp und Foursquare bessere Führer machen. Mittels Apps mobiles Publizieren und Bewerten bereits heute praktiziert aber es fehlen weitgehend noch geeignete eBook-Formate, um daraus les- und nutzbare Werke zu machen. 

Es wird schon aus der Erklärung klar, dass damit die Geschlossenheit, relative Statik und Linearität des gedruckten Buchformates einem offenen, dynamischen und kontextuellen Format weichen wird. In vielen Fällen zeigt sich die Überlegenheit des eBooks bereits heute. Vor allem aus der USA kommen die Berichte der ersten Verlage über die Erfolge der eBooks im Bereich der Text- und Fachbücher [siehe beispielsweise O'Reilly Verlag]. Wir brauchen keine Kristallkugel, um zu erkennen, dass uns das Jahr 2011 neue Anwendungen rund um das eBook und das Soziale Lesen bringen wird. Bisher verstehen wir diese Möglichkeiten erst im Ansatz, erst im Gehen kommen die Ideen und mit den vielen Millionen mobilen eBook Lesegeräte, die 2010 verkauft wurden werden wir 2011 ein gutes Stück weiterkommen auf der Erfahrungskurve. 

Es gibt allseits aller Diskussion um Print oder Elektronik auch einen handfesten ökologischen Zwang zur Ablöse der gedruckten Bücher durch eBooks: die ansteigende Bevölkerung. National Geographic berichtet, dass 2011 knapp 7 Milliarden Menschen die Erde bevölkern werden und diese Zahl bis 2045 auf 9 Milliarden steigt. Diese Anzahl von Menschen erfordert einen neuen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Sollten wir es ernst nehmen mit der Wissensgesellschaft, dann werden alle Bäume und Energiereserven dieses Planeten nicht ausreichen, um das Wissen in gedruckter Form zu verteilen bzw. zu entwickeln. Holz, Wasser und Energie sind knappe Rohstoffe, die wir dort, wo es möglich ist, durch ökologisch nachhaltigere Alternativen ersetzen sollten. eBooks stellen eine derartige Alternative für die "neue" Wissensgesellschaft dar. 

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Magazinverkauf über das iPad [Chart 2010]

Wir dürfen euch nachfolgend ein interessantes Chart präsentieren, das zum Nachdenken anregt. Demgemäß schlägt sich der Hype bzw. schlagen sich die millionenfach verkauften iPads derzeit noch nicht auf die Verkaufsziffern der Magazine durch. Nach dem Rummel um die WIRED-Einführung Im Mai/Juni 2010 flachten bei WIRED & Co die Verkaufszahlen über iPad Apps offensichtlich ab und stagnieren.

 

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Content & Crowdsourcing: Wie sich Wikipedia erfolgreich finanziert [werbefrei ]

[[posterous-content:kvCqsyFfcxsjeCvDyhHC]]Wer in den letzten Wochen bei Wikipedia nachgeschlagen hat, der ist am Spendenaufruf des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales nicht vorbeigekommen. Wikipedia, der Tempel des Geistes [Zitat Jimmy Wales] braucht Geld, um die größte kollaborativ entwickelte Wissensbasis der Welt betreiben und weiterführen zu können. Dabei will Wikipedia aber nicht den üblichen Weg über Werbefinanzierung einschlagen, sondern im Gegenteil "werbefrei" bleiben.

Wir zitieren Jimmy an dieser Stelle: 

"Kommerz ist in Ordnung, Werbung ist nicht böse – aber sie gehört nicht hierher, nicht in die Wikipedia.

 

Wikipedia ist etwas Besonderes. Sie ist wie eine Bibliothek oder ein öffentlicher Park. Sie ist wie ein Tempel für den Geist. Sie ist ein Ort, den wir alle aufsuchen können, um zu denken, zu lernen, und unser Wissen mit anderen zu teilen. Wikipedia ist ein einzigartiges Projekt, das erste seiner Art in der Geschichte der Menschheit. Sie ist ein gemeinnütziges Projekt, um jedem einzelnen Menschen auf diesem Planeten eine freie Enzyklopädie zur Verfügung zu stellen.

Jedem einzelnen Menschen.

Wenn jeder der 400 Millionen Wikipedia-Nutzer einen Euro spenden würde, hätten wir mehr als zwanzigmal so viel Geld als wir benötigen. Wir sind eine kleine Organisation, und ich habe die letzten Jahre hart gearbeitet, um uns schlank und effizient zu halten. Wir erfüllen unsere Aufgabe, Verschwendung überlassen wir anderen."

Konkret wollte die Wikimedia Foundation, welche die Plattform Wikipedia betreibt, insgesamt US-$ 16 Millionen aufstellen. Das ist mehr als doppelt so viel wie die US-$ 7,5 Millionen, die Wikipedia im Jahr 2009 von kleinen Investoren erhalten hat. Tatsächlich konnten die US-$ 16 Millionen von Jimmy Wales und Wikipedia in der Rekordzeit von knapp 6 Wochen aufgestellt werden. Mehr als 500.000 Investoren spendeten im Schnitt mehr als US-$ 30 pro Kopf und konnten Wikipedia damit werbefrei halten, wie ReadWriteWeb gestern berichtete [siehe Bericht]. Damit ist Wikipedia die einzige der Top-10 WebSeiten, die ohne Werbegeld auskommt und auskommen will.

Wikipedia zeigt, dass im neuen Web 2.0 neben dem werbefinanzierten Ansätzen auch spendenfinanzierte Modelle für Content-Produzenten und Aggregatoren und das so genannte Crowd Sourcing funktionieren. Letztlich stammen die Inhalte von Wikipedia von freiwillig arbeitenden Autoren, die ihr Wissen über Wikipedia zur Verfügung stellen, teilen und erweitern. Wahrscheinlich muss man jetzt dem befeuerten Optimismus entgegenhalten, dass Crowd Sourcing von weniger prominenten Seiten viel schwieriger umsetzen ist. Aber trotzdem...

 

Gratulation an Jimmy & Team!

 

 

 

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Autoren, Content und Geld: Wie sich Wikipedia den Tempel des Geistes erfolgreich finanziert hat

Wer in den letzten Wochen bei Wikipedia nachgeschlagen hat, der ist am Spendenaufruf des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales nicht vorbeigekommen. Wikipedia, der Tempel des Geistes [Zitat Jimmy Wales] braucht Geld, um die größte kollaborativ entwickelte Wissensbasis der Welt betreiben und weiterführen zu können. Dabei will Wikipedia aber nicht den üblichen Weg über Werbefinanzierung einschlagen, sondern im Gegenteil "werbefrei" bleiben.

Wir zitieren Jimmy an dieser Stelle: 

"Kommerz ist in Ordnung, Werbung ist nicht böse – aber sie gehört nicht hierher, nicht in die Wikipedia.

Wikipedia ist etwas Besonderes. Sie ist wie eine Bibliothek oder ein öffentlicher Park. Sie ist wie ein Tempel für den Geist. Sie ist ein Ort, den wir alle aufsuchen können, um zu denken, zu lernen, und unser Wissen mit anderen zu teilen. Wikipedia ist ein einzigartiges Projekt, das erste seiner Art in der Geschichte der Menschheit. Sie ist ein gemeinnütziges Projekt, um jedem einzelnen Menschen auf diesem Planeten eine freie Enzyklopädie zur Verfügung zu stellen.

Jedem einzelnen Menschen.

Wenn jeder der 400 Millionen Wikipedia-Nutzer einen Euro spenden würde, hätten wir mehr als zwanzigmal so viel Geld als wir benötigen. Wir sind eine kleine Organisation, und ich habe die letzten Jahre hart gearbeitet, um uns schlank und effizient zu halten. Wir erfüllen unsere Aufgabe, Verschwendung überlassen wir anderen."

Konkret wollte die Wikimedia Foundation, welche die Plattform Wikipedia betreibt, insgesamt US-$ 16 Millionen aufstellen. Das ist mehr als doppelt so viel wie die US-$ 7,5 Millionen, die Wikipedia im Jahr 2009 von kleinen Investoren erhalten hat. Tatsächlich konnten die US-$ 16 Millionen von Jimmy Wales und Wikipedia in der Rekordzeit von knapp 6 Wochen aufgestellt werden. Mehr als 500.000 Investoren spendeten im Schnitt mehr als US-$ 30 pro Kopf und konnten Wikipedia damit werbefrei halten, wie ReadWriteWeb gestern berichtete [siehe Bericht]. Damit ist Wikipedia die einzige der Top-10 WebSeiten, die ohne Werbegeld auskommt und auskommen will.

Wikipedia zeigt, dass im neuen Web 2.0 neben dem werbefinanzierten Ansätzen auch spendenfinanzierte Modelle für Content-Produzenten und Aggregatoren und das so genannte Crowd Sourcing funktionieren. Letztlich stammen die Inhalte von Wikipedia von freiwillig arbeitenden Autoren, die ihr Wissen über Wikipedia zur Verfügung stellen, teilen und erweitern. Wahrscheinlich muss man jetzt dem befeuerten Optimismus entgegenhalten, dass Crowd Sourcing von weniger prominente Seiten viel schwieriger umsetzen ist. Aber trotzdem...

 

Gratulation an Jimmy & Team!

 

 

 

 

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Freitag, 10. Dezember 2010

Mark Stein's10 1/2 Gesetze für ePub eBooks

Das haben wir gerade gefunden und finden es ebenso witzig wie informativ. Die 10 1/2 Gesetze von Mark Stein für lesefreundliche ePub eBooks. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass ePub zwar ein offenes Format ist aber in der Anwendung entsprechende Exaktheit verlangt. Ansonsten bestehen die eBooks die verschiedenen ePub Checks nicht und das wiederum bedeutet Aufnahmesperre für die meisten eBookstores. Also: lesen, lernen und lachen!

Von meinem iPad gesendet

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Montag, 15. November 2010

Leseempfehlung: buchreport.de über den neuen Buchmarkt

Wir haben in unserer montäglichen Redaktionssitzung aus unserem RSS Feed zwei wirklich gute Artikel zum Themenbereich der NEUEN BUCHBRANCHE von buchreport.de herausgefiltert[auch die anderen sind natürlich toll]. Die zwei Beiträge "Buchbranche wird sich bis 215 "für immer verändern" und "Die digitale Revolution als Chance für Unabhängige" vermitteln ein gutes Bild über die Entwicklung der Buchbranche. Sowohl hinsichtlich des Marktumfanges, der Entwicklung der eBooks als auch über die Entwicklung der Autorenszene. Es wird - auch von uns - fast täglich über neue und meist durchaus interessante bis beeindruckende Zahlen betreffend die Entwicklung der im Umbruch befindlichen Buchbranche geschrieben. Die Kollegen von buchreport.de haben sich die Mühe gemacht, eine übersichtliche Darstellung über die Entwicklung in den einzelnen Ländern bzw. Regionen zu erarbeiten. Auch die Darstellung der US-Indie Szene ist gut dargebracht und sollte auch von unseren Buchhändlern gelesen werden.

Die wesentlichen Findings der Beiträge:

  • in den USA soll der Umsatz mit eBooks innerhalb der nächsten 5 Jahre auf über US-$ 3 Milliarden steigen
  • die Käufer und Leser von eBooks sind zwar zahlenmäßig noch in der Minderheit aber kaufkräftig
  • der Marktanteil von Amazon Kindle liegt deutlich über Apple iBookstor [in den UK 60% vs 2%]
  • die unabhängigen Verlage und Autoren "Indie Szene" ist im Vormarsch, wenn auch auf Grund der hohen Dynamik noch keine klaren Trends erkennbar sind.
  • innovative Buchhändler können beim NEUEN BUCHMARKT durchaus mitmachen und davon profitieren.

Also die Empfehlung: die beiden Beiträge lesen!

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Freitag, 12. November 2010

ePub Bücher am Kindle lesen

eBooks haben viele tolle Funktionen und Möglichkeiten im Vergleich zu ihrem Bruder aus totem Holz. Das Lästige an den eBook ist aber, dass es mehrere Formate und viele eBook Reader gibt. Nicht immer sind die Formate kompatibel und die verschiedenen eBook Reader interpretieren die Steuerungsanweisungen in den Buchdateien unterschiedlich. In der guten alten Welt des Papiers war das einfacher.

Grundsätzlich basieren die meisten eBook Formate auf der Hypertext Markup Language (HMTL bzw. xHTML). Das "x" vor dem HTML bedeutet, dass sich das HMTL an die Spezifikationen der Extensible Makup Language (XML) halten. XML ist die Grundlage der modernen Publikation, weil sie eine Normierung der Meta-Daten darstellt. Es sind genau diese Meta-Daten, aus denen u.a. die eBook Reader ihre Instruktionen beziehen. Moderne Textverarbeitungs- und Publikationssysteme wie MS Word oder Adobe InDesign basieren (mehr oder weniger) ebenso auf XML wie das ePUB-Format. ePUB ist ein offener Standard für eBooks, der u.a. auch von Sony, Apple und anderen Herstellern und Anbietern von eBooks bzw. eBook Readern genutzt wird. Auch die meisten gemeinfreien Bücher basieren auf XML und ePub. So setzt das Projekt Gutenberg ebenso auf XML und ePUB wie Google Books.

Neben dem offenen ePUB-Format steht eigentlich nur das hauseigene, proprietäre Kindle-Format [.mobi, .azw] von Amazon. Zwar basiert auch das Kindle-Format auf (x)HTML, kann aber trotzdem ein eBook im ePUB-Format nicht direkt lesen. Zu diesem Zweck muss das ePUB-Format nochmals in das Kindle-Format konvertiert werden. Das ist grundsätzlich eine sehr einfache Übung, da das ePUB-Format sehr sauber ist - vor allem, wenn eine mittels epubcheck validierte Datei konvertiert wird. Die Konvertierung kann z.B. sehr einfach über die eBook Management Anwendung CALIBRE durchgeführt werden. Aber auch die Digital Text Platform [DTP] von Amazon konvertiert ePUB Bücher in Richtung Kindle-Format. Letzteres ist auch für Autoren interessant, die ihre Bücher im ePUB-Format entwickelt haben [also z.B. mit Apple iPage oder Adobe InDesign].

So gut, so einfach, so schön. Leider steht in der Praxis aber oft der DRM-Kopierschutz der ePUB-Bücher einer Konvertierung entgegen. DRM-ePUBs sind nicht [so einfach] konvertierbar. Ohne DRM sollte aber auch dem (x)HTML-ungeschulten Leser mittels CALIBRE eine Konvertierung von ePUB in Richtung Kindle gelingen.

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Donnerstag, 11. November 2010

Indie Publishing in den USA: Erfahrungsbericht

Wir haben bereits mehrfach über die Möglichkeiten berichtet, welche die Amazon Tochter Create Space im Bereich Print-on-Demand [PoD] bietet. Der absolute Vorteil von Create Space liegt im Preis, der für Textbücher im Vergleich zu Mitbewerbern wie LuLu oder epubli unschlagbar gut ist. Wir haben dabei in den letzten Wochen auf Grundlage des nachfolgend eingebetteten Referenzbuches "Der Scheidungsanwalt lässt grüßen" entsprechende Erfahrungswerte durch die Publikation auf den genannten Plattformen erhalten [siehe beispielsweise unseren Beitrag über den Vergleich Create Space und epubli]. 

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Das Buch kostet uns im Einkauf US-$ 2. Wir verkaufen das Buch im Rahmen eines so genannten Pro Planes [Einmalkosten pro Buch von US-$ 39,00 und danach US-$ 5 pro Jahr] über den Create Space Shop [vergleichbar mit Lulu- und epubli Shop] und Amazon.com um US-$ 9,99 Listenpreis. Nach Abzug der Produktions- und Distributionskosten verbleiben uns pro verkauften Buch im Create Space Shop US-$ 5,84 und auf Amazon.com US-$ 3,84. Vergleich: im epubli Shop verkaufen wir das Buch um € 9,99 und verdienen dabei knapp € 2,65.

Qualität: Sowohl die Qualität der Bücher, als auch die Anlieferung der gedruckten Proof-Exemplare zu uns an die Firmenadresse sowie das anschließende Listing im Create Space- und Amazon.com Shop hat klaglos funktioniert. Die Proof-Exemplare der Bücher waren im Economy-Shipping nach 11 Tagen bei uns im Haus und binnen 5 Tagen nach Freigabe [Order Proof] der Bücher in den Online-Shops. Dieser Proof-Prozess hat sich auch als notwendig erwiesen, weil das vor uns liegende gedruckte Buch dann Autor wie auch uns zu Veränderungen motiviert hat.

Tipp: Wer also in den USA kostengünstig und einfach seine gedruckten Bücher publizieren will, der kann sich wirklich vertrauensvoll an Create Space wenden. Anmerkung: wir haben das Buch als eBook auch im Amazon Kindle Store sowie über Smashwords und epubli produziert bzw. listen lassen. Über Smashwords sollte das Buch in wenigen Tagen auch im Apple iBookstore zu finden sein. Mit Create Space und Smashwords hat der Autor die USA sowie Print und eBook abgedeckt. Ohne viel Formatierungsprobleme!

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Dienstag, 9. November 2010

Leitfaden: Textbücher ganz einfach crossmedial gestalten [NEUES SCHREIBEN]

Wir haben in den letzten Tagen von verschiedener Seite Anfragen über "das richtige Schreiben" erhalten. Damit ist nicht der Kreativstil oder die Formulierkunst, sondern das handwerkliche Schreiben mit dem richtigen Werkzeug gemeint. Das ist gar nicht so einfach in Zeiten des crossmedialen Publizierens. In den guten alten Zeiten des bedruckten Papiers war das doch etwas einfacher. Heute sollten neben dem Druck auch noch eBooks und das Web [Online] bedient werden. Das ist insofern etwas komplexer, weil gerade im Bereich der eBooks verschiedene Plattformen wie Amazon Kindle, Apple iBookstore etc bedient werden müssen. Leider befinden wir uns mit den eBooks noch in der Frühphase eines Marktes und daher hat sich noch kein einheitlicher Standard für eBooks herausgebildet. Während Amazon Kindle seinen eigenen Standard [.azw und .mobi] hat setzen die meisten anderen Plattformen wie auch Apple's iBookstore oder Adobe Digital Edition auf den offenen Standard EPUB. Die Amazon Kindle Formate und EPUB sind die beiden "großen" Standards. 

Das Problem ist nun, dass die beiden großen Standards verschiedene Inputformate benötigen bzw. die Konvertierung als klassischen Textverarbeitungs- und Publishingsystemen sich häufig als Stolperstein erweist – vor allem für technisch eher unversierte Autoren. Die wenigsten Autoren beherrschen HTML- oder Command Line Tools. Ein Autor, der über Amazon’s Digital Text Platform [DTP] publizieren will, kann sein Buch im EPUB Format, Word-Format [.doc], als Textformat [.txt] oder als Zipped HTML hochladen [hier ist der Kindle Formatting Guide]. Theoretisch auch als PDF, wobei dann die Formatierung im Regelfall aber scheitert bzw. miese Qualität erzeugt. PDF ist eben ein Druckformat. Leider müssen auch die üblichen Formate oft noch händisch nachformatiert werden.

Ebenso ist es schwierig, ein sauberes EPUB Format aus einem Word Dokument hinzubekommen. Vor allem, wenn erhöhte Anforderungen an die Qualität der konvertierten EPUB gestellt werden, wie z.B. beim Premium Katalog für Smashwords und für die iBookstore von Apple sowieso. Um in den Premium Katalog von Smashwords zu kommen oder im Apple iBookstore gelistet zu werden benötigt man eine validierte EPUB Datei. Die Validitierung kann man z.B. sehr einfach über ThreePress durchführen. Ein ungeübter Autor, der mit irgendwelchen Werkzeugen eine EPUB Datei erstellt, der wird diese Validitierung in den meisten Fällen nicht überstehen.

Für einfache Textdokumente mit wenigen Bildern gibt es allerdings ein paar Werkzeuge, die auch für den technisch unbedarften Autor bedien- und nutzbar sind. So z.B. das exzellente eBook Managementsystem CALIBRE. Die Konvertierungslöstung von CALIBRE kann aus diversen Input-Formaten eine Reihe von Output-Formaten machen und arbeitet sehr sauber, d.h. es kommt im Regelfall eine relativ fehlerfreie Zieldatei heraus, wenn die Input-Datei sauber war. Das Problem mit CALIBRE ist aber, dass das Word-Format [.doc] nicht als Inputformat akzeptiert ist. Allerdings akzeptiert CALIBRE eine im Word als Rich Text Format [RTF] abgespeicherte Datei und konvertiert diese Richtung Amazon Kindle [.mobi] ebenso wie in Richtung EPUB [.epub]. Mit der Abspeicherung im RTF-Format gehen allerdings z.B. Hyperlinks und Bilder verloren, also ist diese spartanische Vorgangsweise wirklich nur für reine Textdokumente zu empfehlen.

Eine andere Methode besteht darin, das Manuskript im Word zu schreiben, sich dabei an den Style Guide von Smashwords zu halten, das Dokument dann über Smashwords publizieren und von Smashwords in die gewünschten Formate konvertieren zu lassen. Hier ist der Style Guide.


Smashwords konvertiert ein nach diesem Smashwords Style Guide verfaßtes Word-Dokument in validitierungsfähige EPUB- und Kindle-Formate. Smashwords beliefert eine Reihe von eBook Shops mit seinen Büchern. Für die Belieferung von Apple iBookstore muss das Buch allerdings in den Premium Katalog von Smashwords aufgenommen werden, was wiederum eine validitierungsfähige EPUB-Datei voraussetzt. Also unbedingt den Style Guide beachten, sonst lehnt Smashwords im Zuge des benötigten Reviews die Aufnahme in den begehrten Katalog ab. Leider beliefert Smashwords [noch] nicht den Amazon Kindle Shop. Also muss man sich am besten die Kindle-Datei von Smashwords herunterladen und sie anschließen über Amazon DTP wieder hochladen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, statt MS Word das Apple iPage oder Adobe Indesign zu nutzen. Beide haben eine mehr oder weniger gute Exportfunktion in Richtung EPUB. Und aus dem EPUB-Format lässt sich dann auch das Kindle-Format [z.B. mit CALIBRE] erzeugen, nicht aber umgekehrt. Aus dem Kindle-Format lässt sich kein EPUB herausquetschen. Aber Adobe InDesign ist ein komplexes Werkzeug und Apple iPage bei weitem nicht so weitverbreitet wie Word und weder das iPage- noch das EPUB-Format wird z.B. von Smashwords akzeptiert. Leider hat sich bei den Herstellern der diversen Textverarbeitungs- und Publishingsystemen der XML-Standard noch nicht in Reinkultur durchgesetzt. Das ist aber nur eine Frage der Zeit.

So einfach ist das eigentlich. Scherz beiseite: es ist alles nur Stückwerk und viel Bastelarbeit. Aber zumindest für einfache Text/Bild Dokumente und in der Theorie kann das auch ein Nicht-Experte. In der Praxis ist das alles noch etwas komplex und mühsam. Sehr rasch merkt man als Autor, dass man mehr Zeit mit Konvertierungsproblemen verbringt als mit dem Schreiben. Natürlich kann man sich die entsprechende Unterstützung auch kaufen. Amazon, epubli und andere bieten gegen gutes Geld entsprechende Dienstleistungen an. Wir als MedienFabrik machen das ohne Entgelt, sofern das Buch über uns produziert und distribuiert wird.

 

 

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Samstag, 6. November 2010

Dorian Gray goes Crossmedia

Wir dürfen den den Dorian Gray von Oscar Wilde auf Kindle präsentieren. Das Buch haben wir für den Autor Daniel Gaynard bzw. den Pressel Publishing Verlag auf Grundlage einer gemeinfreien XML Datei des Gutenberg Projektes in Richtung eBook, Print und Online überarbeitet. Die vorliegende Edition ist angereichert mit einer aktuellen Biografie des illustren Oscar Wilde sowie mit Hintergründen und Interpretationen des Werkes. 

Für den Autor Daniel Gray haben wir im Vorfeld einen Blog  [siehe Dorian Gray's Hall of Fame] samt eingerichtet, damit dieser in den nächsten Wochen und Monaten sein Buch, Oscar Wilde und Dorian Gray besprechen und bewerben kann.

Die eBook Version ist ab sofort erhältlich im Amazon Kindle Shop um € 3,44 [hier ist anzumerken, dass der vom Verlag verlangte und für Bestellungen in den USA und UK auch geltende Kaufpreis US-$ 0,99 ist und der Rest der Rouming- und Europa-Aufschlag ist]. Die Print-Version auf Amazon sowie die anderen eBook Formate über Smashwords sollten in den nächsten Tagen ebenfalls zur  Bestellungonline geschalten sein.

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Freitag, 5. November 2010

Online Publishing - epubli versus Create Space [ein Vergleichstest]

Wir haben in Teil 1 dieser kleinen Serie begonnen, darzulegen, welche Möglichkeiten es für einen Autor gibt, seine Bücher zu verkaufen und welche Voraussetzungen es dafür gibt. Dabei haben wir zunächst das Amazon Umfeld betrachtet.

Heute wollen wir uns epubli, die europäische Antwort auf Amazon’s Tochterunternehmen Create Space [das wir in Teil 1 vorgestellt haben] ansehen und die beiden Angebote aus Sicht eines Autors bewerten.

Das zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zählende epubli funktioniert grundsätzlich ähnlich wie Amazon’s Create Space und versucht, Print-on-Demand [PoD] mit Vertriebs- und Verlagsansätzen für Indie Autoren und kleinere Verlage zu verknüpfen. Epubli hat an sich selbst den Anspruch erhoben, die führende Publishingplattform in Europa sein zu wollen. Die Plattform stellt Autoren die Möglichkeit zur Verfügung, das Buch in den verschiedensten Verkaufskanälen listen zu lassen - inklusive Amazon Marketplace und Amazon.de [wie Create Space]. Im Bereich der Vertriebskanäle bieten beide Plattformen ähnlich breite Möglichkeiten, wenn auch zu sagen ist, dass Create Space hier eine Spur besser und professioneller aufgestellt ist. Aber das hat natürlich auch damit zu tun, dass die Mutter Amazon über knapp 15 Jahre Erfahrung im Online-Buchbereich hat.

Wir haben festgestellt, dass die Bedienerfreundlichkeit bei epubli und Create Space vergleichbar gut sind. Bei Bedienerführung, Verständlichkeit, Online-Kalkulation bzw. Preisrechner bleibt bei beiden Publishing-Plattformen wenig zu wünschen übrig. Auch hinsichtlich Community Gestaltung mit Forum und Blogs sowie der Social Media Integration bzw. Präsenz sind beide gleichauf.

Ein Vorteil von epubli gegenüber Create Space ist, dass dem Autor auch die Bindungsvariante Hardcover angeboten wird, was zwar sehr teuer aber doch in dem einen oder anderen Fall wünschenswert sein kann. Der absolute Nachteil ist der Preis: bei dem von uns als Bezugsreferenz genommenem Taschenbuch mit reinem s/w Druck, Softcover und 106 Seiten war der von Create Space errechnete Mindestpreis € 1,69 [Bezugspreis für den Autor] und der von epubli € 7,35 [Bezugspreis für den Autor]. Dieser Unterschied von knapp € 5,60 schlägt natürlich voll auf die Spanne des Autors. Bei dem von uns angesetzten Kaufpreis von € 9,99 bleibt dem Autor bei Create Space € 8,4 und bei epubli knapp € 2,6. Das ist ein wirklich enormer Einkommensunterschied und ein absoluter Nachteil von epubli. Autoren müssen hart um ihr Einkommen kämpfen. Hier hat Create Space von den Skalenvorteil eines großen Marktes [USA bzw. englischer Sprachraum].

Ein wirklich toller Vorteil von Create Space liegt darüber hinaus darin, dass es ein tolles Programm zur Gestaltung der Buchumschläge gibt. Dieser Bereich ist bei epubli noch entwicklungsbedürftig.

Was hingegen bei epubli gefällt, ist die Möglichkeit, das Buch auch gleich in einer eBook Edition in den epubli Shop zu stellen. Leider bleibt epubli dabei [noch] stehen und bietet keine Möglichkeit, das Buch auch in anderen eShops listen zu können. Bei Create Space hingegen muss man das eBook über die Digital Text Platform [DTP] separat zum Listing stellen und hat dann die globale Amazon Plattform für den Verkauf. Aber auch bei Amazon DTP gibt es keine Möglichkeit, das eBook auch in anderen eShops zu listen. In diesem Fall hat der Autor seine eBook Strategie generell zu überdenken. Das Thema der eBook Publikations-, Distributions- und Marketingstrategie folgt im Laufe unserer kleinen Serie aber später mehr.

Fazit: epubli hat ein, für europäische Verhältnisse durchaus erfreulich hohes Niveau erreicht aber der Preis bzw. die Kosten sind nicht akzeptabel!

 

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James Bond, Agent im Diensten von Amazon

Wer diese Woche die Meldungen rund um die Entwicklungen am Buchmarkt verfolgt hat, den sind vielleicht zwei Meldungen über die Situation in UK aufgefallen.

Da war zunächst die Meldung, dass sich Amazon bereits kurz nach Eröffnung seines UK eBook Stores Kindle einen heftigen Preiskampf mit den Händlerrivalen wie WHSmith und Waterstones lieferte. Als angenehmes Resultat für die Konsumenten führte das zu einem Preisverfall bei den eBooks. Bücher aus der UK Bestseller Liste wurden zum Teil mit Rabatten von bis zu 60% verkauft. Das hat drei große Verlage -Hachette, HarperCollins und Pengiun - auf den Plan gerufen und dazu veranlasst, auf das so genannte Agency Modell von Amazon umzusteigen und damit die Preise selber festzusetzen. Das Agency Modell ist derzeit nur in den USA und UK möglich, bringt den Verlagen statt den üblichen 35% Provision 70% und die Möglichkeit, die Preise für ihre Publikationen selber festzulegen. Johannes Haupt auf Lesen.net berichtet in seinem ausführlichen Beitrag, dass sich damit die Preise der eBooks wieder dramatisch erhöhten. So soll die eBook Ausgabe von Stephen King Just after Sunset vom Hodder Verlag (Hachette Gruppe) nach der Umstellung auf das Agency Model von 4,74 Pfund kurzfristig auf den Hardcover Listenpreis von 18 Pfund gestiegen sein.

Amazon hat sich von dieser Aktion der Verlage sofort distanziert und macht die Kunden darauf aufmerksam, dass der Preisanstieg ausschließlich durch die Verlage verursacht wird. Und genau jetzt betritt James Bond das Schlachtfeld und stellt sich auf die Seite von Amazon und der Konsumenten. Die Erben des James Bond Erfinders Ian Flemming haben angekündigt, dass sie die 14 James Bond Bücher in der eBook Version nicht über Penguin [dieser hat eine Lizenz für die gedruckten Bücher] herausbringen, sondern quasi im Eigenverlag. Mit einer starken Marke wie James Bond bräuchte man, so die Erben Ian Flemmings keinen Verleger, der einen erheblichen Teil der Provisionen inkassiere ohne dafür die bei den Printproduktionen übliche Vorfinanzierung für Produktion, Distribution und Lagerung - und damit das wirtschaftliche Risiko - übernehmen zu müssen. Die James Bond eBooks werden über Amazon, Waterstones und andere eBook Shops verkauft.

Die Moral von der Geschichte: James Bond ist halt immer der Gute aber ob den Verlagen die Rolle des Bösewichts gefällt kann bezweifelt werden. Interessanterweise kann man jetzt Stephen Kings Just after Sunset in der eBook Kindle-Version wieder um 4,49 Pfund kaufen. Einmal mehr die Empfehlung, dass sich die Damen und Herren der Verlagsbranche mit ihren Kollegen in der Musikbranche kurzschließen und sich erkundigen, wie sich dort der Umstieg auf Digitalisierung, itunes hinsichtlich der Preis/Mengenentwicklung gestaltet hat. Vielleicht würden sie dann feststellen, dass zwar die Preise sinken aber die abgesetzte Menge sowie entfallende Kosten dies kompensieren könnte.

 

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Donnerstag, 4. November 2010

Publizieren am iPad: iBookstore versus AppStore

Vor einigen Tagen haben ein paar italienische Entwickler von sich reden gemacht, da sie auf Basis des Open Source HTML5 Editors ein "Baker eBook Framework" vorstellten, das es auf sehr einfache Art und Weise [zumindest für HTML-Kundige] ermöglichen soll, Bücher für den iPad in ansprechendem Design als App über den AppStore anzubieten und zu verkaufen. Dieses Projekt war, obwohl noch im Beta-Stadium, sowohl Mashable als auch dem deutschen iPhoneBlog einen Beitrag wert. Letzteren haben wir für den gelungenen Beitrag gleich "ge-flattr-t" [siehe diesbezüglich unseren Beitrag].

Da auch wir mit dem HTML5 Editor arbeiten haben wir uns gleich das Baker eBook Framework heruntergeladen und damit etwas gespielt. Es funktioniert tatsächlichtrotz Beta-Version schon ganz ansprechend und scheint zumindest technisch ausgereift. Des stellt sich allerdings die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Für reine Textbücher mit geringer bzw. nicht aufwendiger Bebilderung erscheint uns die Entwicklung eines eigenen Apps etwas übertrieben. In diesem Fall verweisen wir an die MedienFabrik bzw. an Smashwords.

Über Smashwords können die Bücher im MS Word-Format auch an das Apple iBookstore geliefert werden und das auch für Deutschland. Die Vorteile für den technisch nicht versierten Autor liegen auf der Hand:

  • zunächst das einfache Format MS Word und zum anderen
  • die Möglichkeit, in diesem Format nicht nur im iBookstore, sondern auch bei einer Vielzahl anderer eBookStores gelistet zu werden. 

Autoren, die sich auf das Schreiben von Büchern konzentrieren wollen empfehlen wir daher für den eBook-Weg weiterhin Smashwords bzw. die MedienFabrik als Publishing Partner von Smashwords. Die MedienFabrik übernimmt dann auch gleich die Produktion der gedruckten Bücher über den Partner CreateSpace

Hingegen scheint uns für Autoren, die tatsächlich multimediale Magazine oder Bücher herausbringen wollen, das Baker eBook Framework und der Weg über den AppStore eine vielversprechende Alternative zu sein.

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Mittwoch, 3. November 2010

Bücher verkaufen: Leitfaden für Indie Autoren [#Amazon] Teil 1

Früher war es die Aufgabe von Verlagen, sich um Produktion, Vertrieb und Marketing von Büchern zu kümmern. Die Autoren der Indie-Szene hingegen haben sich aber selbst darum anzunehmen wobei es heute dramatisch einfacher als noch vor wenigen Jahren ist, Bücher zu verkaufen. Am einfachsten ist das natürlich online. Autoren können ihre Bücher heute über eine Vielzahl von Kanälen verkaufen und sich so eine breite Präsenz aufbauen. Vorausgeschickt sei allerdings, dass zwar vieles möglich und theoretisch auch einfach ist aber ähnlich wie bei den Mobiltelefonen liegt der Detail im Gebührendschungel begraben. Letztlich will man ja als Autor auch etwas verdienen.

Hier eine kurze Zusammenstellung über die Möglichkeit, die eigenen gedruckten Bücher systematisch über das Web zu verkaufen [die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf V:

  • über den eigenen Blog mit PayPal: PayPal bietet die sehr komfortable Möglichkeit, sich als Händler anzumelden, einen Shop mit kleiner Warenwirtschaft einzurichten und dann den entsprechenden Code für den "Jetzt kaufen" Button am eigenen Blog einzubauen. Das ist wirklich denkbar einfach, funktioniert supertoll und ist gut für den fallweisen Buchverkauf. Die Provisionen, die man an eBay zu entrichten hat liegen in der Größenordnung wie bei den Kreditkarten [zwischen 5 - 8%]
  • der Weg über eBay ist ein sehr einfacher aber nach unserem Geschmack ist eBay bei Büchern eher nicht die wirklich Wunschadresse. Ansonsten: registrieren und freischalten lassen. Mittelmäßig aufwendig und mittelmäßig erfolgreich. Man zahlt in Abhängigkeit vom gewählten Programm Listinggebühren und Verkaufsprovisionen.
  • über Amazon Seller Central (Amazon Marketplace): für dieses Programm muss sich der Autor bei Amazon anmelden, seine Daten inklusive Bankdaten etc. abgeben, Amazon prüft dann die Identität und schaltet den Autor bei positiver Prüfung als Verkäufer frei. Das ist eine etwas komplexere, weil auch zeitaufwendigere Methode und dann geeignet, wenn mehrere Bücher bzw. Artikel verkauft werden sollen. Die Titel sind nicht im "normalen" Katalog gelistet, sondern über den Linkverweis "der Artikel ist bei folgenden Anbietern erhältlich" in einem eigenen Amazon Shop des Verkäufers. Dieser hat dann auch für die Bestellbearbeitung und den Versand zu sorgen. Die Qualität des Fulfillments wird von den Käufern bewertet. Die Gebühren von Amazon liegen bei Büchern bei 15% vom Verkaufspreis. Darüber hinaus ist in Abhängigkeit vom gewählten Programm [Normal, Power etc] eine monatliche Fixgebühr ab € 39,00 aufwärts zu bezahlen. Das Seller Central Programm lässt sich auch mit dem Fulfillment By Amazon [FBA]-Programm verknüpfen, wobei dann Amazon gegen entsprechende Gebühren die Lagerung und Logistik übernimmt. Das ist daher eher weniger geeignet für die typischen Indie Autoren und eigentlich schon mit dem Amazon Advantage Programm vergleichbar.
  • über Amazon Advantage: das ist die professionelle Methode für die Verlage und Autoren mit größerem Portfolio. Die Anmeldung ist ähnlich wir bei Amazon Seller Central aber inklusive der gesamten Bestell- und Abwicklungslogistik (Fullfillment by Amazon oder FBA). In diesem Fall hat der Autor seine Bücher vorab an Amazon auf ein Kommissionslager zu senden, aus welchem Amazon die hereinkommenden Bestellungen erfüllt. Diese Bücher erscheinen im "normalen" Amazon Katalog. Dafür entrichtet man Gebühren, die bis zu 50% des Verkaufspreises gehen. Abgesehen davon muss der Autor die Bücher zunächst auf eigene Kosten produzieren lassen und hat damit die Vorfinanzierungskosten.
  • Create Space: das ist ein Tochterunternehmen von Amazon und auf On-Demand-Produktion spezialisiert. Die Funktionsweise ist einfach, es fallen kaum Vorabkosten an [Ausnahme: ein paar Euro für die Bestellung des Proof-Exemplars] und die eingereichten Bücher werden im "normalen" Amazon-Programm gelistet. Dafür zahlt man aber auch entsprechende Gebühren, die sich in Abhängigkeit von den Ausstattungsmerkmalen der Bücher [Farbe, Format, Papier] sowie in Abhängigkeit von den gewünschten Verkaufskanälen online errechnen lässt. Die bei Bestellung durch den Kunden im Print-on-Demand produzieren Bücher haben eine hohe Qualität. Der Vorteil im Vergleich zum Amazon Advantage Programm ist, dass keine Vorabkosten für die Produktion von Büchern anfallen und man trotzdem im "normalen" Programm geführt wird.

So, jetzt einmal kurz durchatmen. Es ist natürlich empehlenswert, die verschiedenen Verkaufskanäle abgestimmt zu nutzen und dann noch mit den Social Media Kanälen wie Twitter und Facebook zu verknüpfen. Da das alles mit einer ordentlichen Portion Komplexität verbunden ist, bieten wir als MedienFabrik diese Dienstleistung den Autoren an. Wir sorgen dafür, dass die Produkte auf allen Kanälen gelistet und verfügbar sind. Dafür nehmen wir dann 15% von Nettoverkaufserlös und das Kopfweh des Autors. Dieser sollte sich auf das Schreiben und die Kreativarbeit konzentrieren. Fragen: dann bitte einfach Kontakt aufnehmen mit uns

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Autoren: Geld verdienen mit Flattr [HowTo]

Das Web hat den Content ökonomisch ruiniert - so der oft gehörte Vorwurf von Verlagen und [alten] Autoren. Das Wissen ist durch die Digitalisierung frei geworden und wird und wird unsere Gesellschaft tatsächlich in eine globale Wissensgesellschaft mit niedrigen Eintrittsschwellen entwickeln, so das Gegenargument. Als Beispiel wird an dieser Stelle immer die freie Enzyklopädie Wikipedia genannt. Tatsächlich liegt, wie so oft, die Wahrheit in der Mitte. 

Tatsache ist, dass sich der Content im Zeitalter von Digitalisierung und Web vervielfältigt hat. Noch nie wurden soviele Bücher publiziert wie heute. Neue Technologien und Medien wie eBooks und Print-on-Demand haben neue Autoren produziert bzw. zum Schreiben motiviert. Die so genannte Indie-Szene wächst und gedeiht. Die Hemmschwelle des Schreibens ist deutlich gefallen, was eine conditio sine qua non für eine Wissensgesellschaft ist. Profitieren und verdienen aber Verlage und Autoren an dieser Dynamik? Nun: ja und nein. Sie profitieren durch die Möglichkeit, beinahe kostenfrei Schreiben und Verlegen zu können aber sie verdienen damit nicht notwendigerweise Geld, um ihre Mitarbeiter, Mieten und Cocktails zu bezahlen. Ein Ausweg aus dieser Dichotomie könnte das Micropayment sein. Und hier scheint uns Flattr ein attraktiver Ansatz.

Wie funktioniert nun Flattr? Es ist ein sehr einfaches Prinzip:

  • man eröffnet auf Flattr ein Account. 
  • lädt das Konto mit Kreditkarte oder PayPal auf [Your Means und add Means im Flattr Sprech] und definiert ein Budget, das man für die Konsumation von WebContent ausgeben will [sagen wir halt € 2 im Monat]
  • mit dem aufgeladenen Konto und dem festgelegten Budget kann man in der Folge die Flattr Buttons bei Artikeln oder auf Seiten anklicken, die einem gefallen. Das festgelegte Budget wird dann auf die angeklickten Seiten aufgeteilt. Hat man also ein Budget von € 2 pro Monat festgelegt und klickt in diesem Monat 10 Artikel an, dann erhält jeder Artikel € 0,20. So das Prinzip auf der Ausgabenseite.
  • Um Geld als Autor zu verdienen lädt definiert man entweder explizite Artikel über den Menüpunkt Submit Things und stellt den generierten Code auf seine Webseite oder lädt sich als Blogbetreiber auf WordPress etc die entsprechenden Plugins herunter, verknüpft diese mit dem Flattr-Konto und das wars. Dann erscheint unter jedem Artikel der Flattr-Button und lädt die Besucher und Leser zum Spenden ein. 
  • Die Höhe der Einnahmen scheinen am Flattr Dashboard als Your Revenue auf. Auszahlung erfolgt ab € 10 auf das PayPal Konto.
  • Wir haben getestet und vergeben die Bestnote an Flattr!

Man kann jetzt von Flattr keine Wunderdinge erwarten. Das ist ein junges Baby, das noch wachsen muss und wird. Es hat, wie wir gestern berichtet haben, derzeit knapp 46.000 Kontobesitzer und das ist wahrlich nicht viel. Bisher sind über Flattr knapp € 114.000 an Honoraren an die Autoren geflossen, was zwar eine durchaus beeindruckende Größe ist angesichts der wenigen Monate, die Flattr am Markt ist aber für die breite Masse an Autoren noch zu wenig. Da Flattr aber bei den Meinungsführern der Blogosphäre wie Mashable oder Techcrunch eine sehr positive Empfehlung bekommen hat, sollte auch der Rückenwind für eine positive Entwicklung im Sinne von Autoren vorhanden sein.

Jetzt liegt es an den Autoren, sich durch Registrierung und Nutzung von Flattr selber einen nachhaltigen Vorteil zu verschaffen und das Ding hochzuziehen.

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Dienstag, 2. November 2010

Blogs, Autoren, Google Analytics und Absprungraten

Das Webzeitalter hat uns nicht nur neue Möglichkeiten und Freiheiten gebracht, sondern uns auch dem gnadenlosen Primat der Statistik unterworfen. Können Sie sich vorstellen, dass beispielsweise ein Buchhändler die Besucher in seinem Laden registriert, die Dauer ihres Aufenthaltes festhält und zuletzt auch noch erfasst, wer von den Besuchern letztendlich wieviel Geld an seiner Kasse gelassen hat [oder auch nicht]? Das ist im realen Leben unvorstellbar aber im Web übliche Praxis. Google hat uns mit Google Analytics das entsprechende Werkzeug zur Verfügung gestellt, das scheinbar gnadenlos sein statistisches Urteil über die Qualität unserer Webseite oder Blogs fällt.

Der Trick dabei besteht aber im Wissen um Bedeutung und Relevanz der Kenngrößen. Eine davon ist die "Absprungrate", die in Prozent angibt, wieviele jener Personen, die auf meiner WebPräsenz gelandet sind nach einem einzigen Klick wieder weggehen. Es gilt die Faustregel, dass eine Absprungrate von unter 30% toll ist und eine über 60% schlecht. Geht es nach dieser Faustformel, dann wären die meisten Blogs mit dem Prädikat "grottenschlecht" zu bewerten. Aber wie gesagt: der Trick besteht in diesem Fall darin, die Relevanz dieser Faustformel für Blogs zu hinterfragen.

Tatsache ist, dass die Blogs ihre Beiträge im Regelfall mittels [verkürztem] Link über Twitter, Facebook und Bookmarking Sites in das Web verteilen. Der Adressat kommt als Besucher mittels Klick auf den Link eben direkt zur Seite mit dem betreffenden Artikel [Landing Page], liest diesen und geht dann wieder. Natürlich würde sich der Blogbetreiber wünschen, dass der Besucher gleich den RSS-Feed subskribiert und sich vielleicht sogar registriert aber das ist nicht die Regel, wenn Sie nicht gerade Mashable, Netzpolitik oder Sascha Lobo sind. Tatsache ist, dass mit dem Lesen des Artikels - also mit dem Besuch des Blogs - der erwünschte Erfolg erzielt wurde. Trotzdem weist Google Analytics den Besucher als "abgesprungen" auf und deshalb haben Blogs meist Absprungraten von jenseits der 80%. Das ist aber absolut kein Problem und kein Massstab für die Qualität des Blogs.

Wichtiger ist in diesem Zusammenhang für Blogbetreiber schon die "Durchschn. Besuchszeit auf der Website", die steht in Google Analytics gleich unter der Absprungrate. Die Besuchszeit sollte doch etwas mehr als 2-3 Sekunden etragen, ansonsten darf berechtigt den Verdacht geschöpft werden, dass der Beitrag nicht gelesen wurde. Um wiederum zu vermeiden, dass die Leser zu schnell weggehen sollten man sehr vorsichtig mit den externen Links umgehen, die in die Artikel eingebaut werden. Vor allem am Beginn des Textes sollte man diese eher weg lassen. Einmal weggelinkt kommen die Leser so schnell nicht wieder... sie sind wie die scheuen Rehe!

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